Wirtschastsgeschichte der deutschen Kolonien
Die Deutschen haben nicht allzu viel Rücksicht
auf Rechte der Eingeborenen genommen, aber
im allgemeinen haben sie die Eingeborenen
nicht schlechter und in einigen Beziehungen
besser behandelt als andere europäische
Mächte, die sich in der Kolonisation und Ent—
vicklung Afrikas versuchten. Wenn Deutsch—
Ost-Afrika unter eine oder mehrere andere
remde Flaggen kommt, wird das nicht als
Strafe für große Fehler geschehen, die
Deutschland in Verwaltung oder Justiz begangen
jat, und sicherlich nicht für Mängel in der wissen—
chaftlichen Erforschung. Da ist kein Licht unter
den Scheffel gestellt worden. Wenn die Deutschen
Dstafrika verlieren, wird es nicht die Folge
rgendwelcher Verbrechen sein, die sie in
Afrika begangen haben.
Sir Harry Johnston: Windsor
Magazin, März 1916.
verden. müßten. Wir wissen heute, daß
»iese Beschuldigungen unwahr sind. Die
eutschen Kolonien wurden bestimmt nicht
hlechter verwaltet als der Kolonialbesitz
rgend eines der Verbündeten. Heute
ruͤssen wir sogar anerkennen, daß gewisse
eutsche Kolonien jetzt schlechler ver—
»altet und entwickelt werden als früher
on den Deutschen. Da also bewiesen ist,
aß Deutschland seine Kolonien nicht
hlecht verwaltet hat, fallen auch die
zründe weg, aus denen Deutschland der
dolonien beraubt wurde, also hat Deutsch—
and einen Anspruch auf ein Mandat.
ẽs müßte amtlich durch den Völkerbund unter—
ucht und festgestellt werden, daß die deutschen
dolonien wirklich nicht schlechter als andere
dolonien verwaltet und entwickelt worden sind.
Regierungsblatt De Burger,
Februar 1924.
Wenn der gesunde Menschenverstand
zu seinem Recht kommen soll, ist die
Wiedererrichtung des deutschen Kolonial—
besitzes unvermeidlich, und wir Italiener
müssen den Tag berbeiwünschen, wo die deutschen
solonien ihrem Besitzer zurückgegeben werden.
Giacomo Buonomo: Africa
Italiana, März-April 1920.
—ER
zroße Zukunft. Es hatte den besten aller
Anfänge im deutschen Unternehmungs—
geist, deutscher Entwicklungsfähigkeit und
allgemeiner kaufmännischer Gründlichkeit.
Wenn Australien diese energische Politik fortsetzt,
dann muß Deutsch-Neu-Guinea eine der blühendsten
Inseln aller Inselgruppen des südlichen Stillen
Dzeans werden.
Thos. J. Me. Mahon: hor
hHastern Review, Juni 1921.
Bekanntlich sind Deutschland seine Kolonien
veggenommen worden, weil nach Angabe der
VBerbündeten Deutschland dort Mißwirtschaft ge⸗
rrieben hat und die' Eingeborenen dort von
eutschen Gewalttaten und Sklavenketten erlöst
Die Reichsregierung muß ihren Induftrien
uin genügendes Absatzgebiet verschaffen. Das
st nur durch Wiedergewinnung der Kolo—
tien möglich, Deutschland muß durchaus
eine überseeischen Besitzungen zurückbe—
ommen, um seine Produkte absetzen zu können.
Venn dies nicht geschieht, wird Deutschland
eute wie gestern der furchtbare Konkurrent des
brigen Europa sein, der Hauptinteressent an der
Industrie und dem Handel der ganzen Welt.
zine fruchtbare Nation, die sich durch starken
achwuchs wieder ergänzt hat und in zu enge
zrenzen eingeschnürt ist, braucht Ausgänge zu—
ächst nach ihren überseeischen Besitzungen. Sie
eteiligt sich an dem Handel und der Industrie
hrer Nachbarn nur mit dem Überschuß ihrer
Zroduktion. Sonst gibt es im Innern Arbeits⸗
osigkeit, Elend, Revolution und bei Gelegenheit
es kleinsten Konfliktes Gefahr für die anderen
Bölker. Auch wird ein revolutionärer Staat
ug die Verbreitung der bolschewistischen Lehre
zrdern.
Fernand Bouisson, Vizepräsident
»er französischen Kammer der
Deputierten. N. Fr. Presse, Wien,
Januar 1925
Sechster Abschnitt.
Stimmen Eingeborener der deutschen Kolonien
Massa, bleib doch hier, bis der Krieg zu
Ende ist, wir werden hier sonst sicher umkommen.
In Kamerun sind jetzt die Franzosen ... dadurch
ind wir wieder in die alte Zeit zurückversetzt,
wo nur der Stärkere das Recht auf seiner Seite
hatte, der Schwache aber unterdrückt und verfolgt
wurde. Das war, als ihr Weißen noch nicht im
Lande waret. Ach, wenn jetzt doch wenigstens die
Engländer das Land verwalleten, bis die Deutschen
zurückkehren. Ein Kameruner im April 1916 zu
einem Deuischen, der von Fernando
VPo nach Spanien gebracht wurde.
Ich habe eine große Sehnsucht nach Ihnen.
Ich habe in meinem letzten Schreiben zum Aus—
ruck gebracht, daß ich Sie und ihre Nation zeit⸗
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