Metadata: Wert und Kapitalprofit

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setze. Ganz abgesehen davon, daß auch diese Theorie aus ihren 
eigenen Prämissen widerlegt werden kann (der Kapitalist „wartet“ 
gar nicht auf den Wertersatz)!), gilt die Marxsche Widerlegung 
auch gegen sie. Wenn ein Kapitalist für die Wartezeit den Auf- 
schlag machen darf, dürfen es alle — und dann kommt eben kein 
Surplusgewinn heraus. — 
Das hat Schumpeter erkannt und den Notausgang gewählt, 
das Problem für falsch gestellt zu erklären, wie etwa die Aufgabe, 
ein rechtwinkliges und dabei gleichseitiges Dreieck zu konstruieren. 
In der Statik, so erklärt er ausdrücklich, kann kein Profit ent- 
stehen, wohl aber entstehe er in der Kinetik mit so großer Regel- 
mäßigkeit, daß das Phänomen den Eindruck eines statischen mache. 
Auch dieser Ausweg, ein wahrer Akt der Verzweiflung, da er auf 
die Lösung des eigentlichen Problems verzichtet, ist verriegelt: 
es handelt sich in der Tat um ein rein statisches Problem?®). 
Den Weg zur richtigen Lösung hat Karl Marx beschritten. 
Aus dem Verkehr der Kapitalisten untereinander und mit den 
Konsumenten kann kein Profit entstehen: wohl aber ist er zu dedu- 
zieren, wenn sich nachweisen läßt, daß die Kapitalisten ihren 
Arbeitern weniger als den „Wert“ ihrer zusätzlichen 
„Arbeit“ bezahlen. Da ihm zufolge der statische Preis der kapita- 
listisch hergestellten beliebig reproduzierbaren Güter ungefähr ihrem 
„Wert“, und dieser der für ihre Erzeugung notwendigen „durch- 
schnittlichen gesellschaftlichen Arbeit“ entspricht, so müssen sowohl 
die Kapitalisten, insofern sie bei anderen Kapitalisten Güter der 
Erzeugung kaufen, wie auch die Konsumenten diesen Preis be- 
zahlen, und damit bleibt ihren Verkäufern der „Mehrwert“. 
Der Grundgedanke war richtig, aber seine Ausgestaltung war 
fehlerhaft?). Marx hatte vollkommen recht, wenn er das Ver- 
kaufsmonopol aus der Deduktion ausschloß: Sind doch die so- 
genannten Kapitalgüter selbst beliebig reproduzierbar, können also 
keinen Mehrwert erbringen. Aber das Verkaufsmonopol ist nicht 
das einzige seiner Art. 
2. Das Monopol. 
Ein Monopol besteht, wie wir wissen, überall dort, wo die 
Konkurrenz nicht völlig frei wirken kann, und ein statisches 
1) Meine Theorie, S. 665 ff, 
2) Theorie, S. 664. 
3) Theorie, S. 711{ff.
	        
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