S. Wertheimer, Feuerversicherung und andere Sachjchadenversicherungszweige. 91
bei den Schadenreserven (Fortsetzung)
1907/08 Mk. 2164 214,—
1908/09 „ 642110,—
bei dem Aktien- und Garantiekapital
1905/06 Mk. 5 326 050,—
1906/07 „ 4 731 751,—
1907/08 „ 3 976 086,—
1908/09 „ 1812 926,—
bei den freien Reserven
1905/06 Mk. 5 535 436,—
1906/07 173 669,—
1907/08 „ 4 483 876,—
1908/09 „ 6 334 283,—
Der Vergleich der eben wiedergegebenen Zahlen mit dem gesamten
Kapitalzuwachs ergibt, daß von 1905 auf 1906 die technischen Reserven
zusammen mit den freien Fonds und dem Aktienkapital stärker stiegen
als die Kapitalanlagen, das heißt, es waren nicht die gesamten Passiven
durch verwertbare Aktiva gedeckt. Dadurch wurden natürlich nur die
Treten Fonds und das Aktienkapital betroffen, da die Aktiva in erster
Reihe zur Deckung der technischen Reserven herangezogen werden mußten.
Die Folge dieser Erscheinung war dann auch eine Verminderung des
Aktienkapitals und der freien Reserven im nächsten Jahre, die eintrat,
obwohl inzwischen auch die Schadenreserve wieder erheblich herabgesetzt
werden konnte. Im ganzen ergibt die Aufstellung, daß sich der Kapital
zuwachs in den einzelnen Jahren in ganz verschiedener Weise auf die
einzelnen Fonds verteilte.
Von größtem Interesse sür die Beziehung zwischen Versicherung
und Geldmarkt ist die Art und Weise, in welcher die Versicherungs
gesellschaften ihr Kapital anlegen. Die Feuerversicherung spielt natur
gemäß auch in diesem Punkt nicht eine gleich wichtige Rolle wie die
kapitalreichere Lebensversicherung, bei der auch die Frage der Verzinsung
wehr im Vordergrund des ganzen Geschäftsbetriebes steht. Letzten Endes
die Verschiedenheit daher, daß die Feuerversicherung mit einem
laschen Umsatz zwischen Prämien und Schäden zu rechnen hat, während
bei der Lebensversicherung ihrem Wesen nach die Prämien sür viele
Äahre angesammelt werden müssen. Leider können wir, was von großen,
Interesse wäre, den Zinsfuß nicht sür die einzelnen Arten von Kapital
anlagen feststellen, sondern nur für die Kapitalanlagen im ganzen, in