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Dichtung.
wendung von Musik, einführte. Unter den späteren Märchen—
dramen aber wären vor allem wohl Sudermanns „Drei Reiher—⸗
federn“ zu erwähnen, eine in hurtigen Versen dramatisierte,
im Grunde aber epische Geschichte von einem Prinzen, der
vergebens nach einem Ideale sucht, dessen Besitz ihm schon in
seinem Weibe geschenkt ist, und darüber dies Ideal verliert.
4. Aber auch mit dem Märchen- und Traumdrama waren die
Versuche, auf mittelbarem Wege gleichsam zum psychologischen
Drama zu gelangen, noch keineswegs abgeschlossen. Worin die
eigentliche Schwierigkeit lag, direkt vorwärts zu dringen, in—
wiefern namentlich die Konkurrenz von hochstehender Psychologie
und klarer, auf sicherer Weltanschauung begründeter Schicksals—
idee erst ein wirklich einheitliches Drama der Gegenwart erzeugen
kann, und inwieweit bei diesem notwendigen Zusammenwirken
der Faktor der Schicksalsidee bisher noch versagte, davon wird
erst später eingehend die Rede sein können.
Sicher ist, daß man sich um die Mitte der neunziger
Jahre in Deutschland einstweilen mit einem schwachen Ersatz⸗
mittel der Weltanschauung behalf, der Stimmung — jener
persönlichen Stimmung des Dichters, die wir, wie bereits
öfter betont, schon in der Lyrik und in der Kunsterzählung
wie nicht minder auf dem Gebiete der bildenden Künste als
erstes Ubergangsmoment zu idealisierender Kunstübung kennen
gelernt haben. Es trat also ein, was man wohl die lyrische
Erweichung des Dramas genannt hat: eine schon vertiefte
Psychologie zunächst des eigenen Ichs führte zur Verknüpfung
der objektiven psychologischen Erfahrungen mit subiektiven
Momenten der Stimmung.
Erste Spuren dieser Entwicklung lassen sich nun bereits
früh wahrnehmen; entsprechend dem stärkeren psychologischen
Gehalt des Dramas schon in den Formen des physiologischen
Impressionismus wurden sie bereits bei dessen fortgeschrittensten
Vertretern bemerkbar. So hat Hirschfeld bereits seit mindestens
Mitte der neunziger Jahre elegische Momente und Charaktere.