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II. Der Markt von Lübeck
Freiburg i. Br. von Below doch ganz isoliert dasteht, auch für Lübeck noch
wahrscheinlicher gemacht. Da ich auf all diese Dinge bereits in den Anmerkungen
der Neubearbeitung und in Beitrag VIII näher eingegangen war,
habe ich auch den neuesten Einwand von Belows — Vierteljahrsschrift für
Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Bd. 20, S.132ff. — an der sachlich zugehörigen
Stelle behandelt. Die wesentlichen Punkte der Einwände G. von
Belows möchte ich hier zusammenstellen, unter Hinzufügung meiner Erwiderung.
I. Es kommen höchstens ein oder wenige Unternehmer in Frage; jedenfalls
keine so große Zahl, daß man den Rat aus den Unternehmerfamilien
hervorgehen lassen könnte.
Erwiderung: Beitrag II, Anm. 56 und VIII, Anm. 60.
2. Die „Beweglichkeit‘“ mittelalterlicher Zustände verbietet die Ableitung
des Rats aus dem Unternehmerkonsortium. ;
Erwiderung: Beitrag II, Anm. 168,
3. Die Ableitung des Rates aus Unternehmerkonsortium oder Unternehmergilde
ist eine leichtherzige, methodisch falsche Ableitung von staat-‚ichen
oder gemeindlichen Verfassungskörpern aus sozialen Vereinigungen.
Erwiderung: Beitrag II, Anm. 61* und 62.
Wer sich die Mühe macht, die an den verschiedensten Stellen verstreuten
Einwürfe von Belows nachzulesen, wird sich davon überzeugen können, daß
es sich hier nicht um eine Kritik handelt, die von der Methodik und Quellenarbeit
des Kritisierten ausgeht, sondern von der Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung
des Gelesenen mit den eigenen, längst feststehenden Vorstellungen.
Von Below hat das neuerdings selbst mit aller Offenheit von
seiner Art, Kritik zu üben, ausgesprochen. (Vierteljahrsschrift f. Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte, Bd. 20, S. 114, Anm. 1.) Dort heißt es: „Ja, ich darf
sogar sagen, daß ich mich erst dann zu einer Kritik aufgelegt gefunden habe,
wenn ich ein eigenes, zusammenhängendes, anschauliches Bild von:den
Dingen gewonnen hatte. Ohne eine eigene positive Anschauung Kritik zu
üben, hat mich nie gelockt. Und ich besitze ja auch auf den Gebieten, auf
denen ich kritisch tätig gewesen bin, ganz feste Anschauungen, ... die
jeder als etwas greifbar Positives empfinden wird...‘ Es ist selbstverständlich,
daß vor den Augen von Belows unter diesen Umständen nur Gnade
findet, was seinem eigenen Anschauungskreis entspricht; in diesem Anschauungskreis
ist aber wenig Raum vorhanden für die Würdigung von Vorgängen,
wie sie hier geschildert werden mußten. Das erstrebenswerte Ziel
einer wissenschaftlichen Erörterung, die Verständigung, ist so eigentlich ausgeschlossen.
A
Soeben ist in demselben Heft der von Belowschen Vierteljahrsschrift
meinem „Markt von Lübeck“ ein neuer Kritiker schärferer Observanz erstanden:
Willy Krogmann. Mit seiner Miszelle: „Die Eigentumsverhältnisse
des Lübecker Marktes um 1300 und ihre Erklärung“, gibt er übrigens
sein Debüt in der wissenschaftlichen Welt; den jungen Kämpen drückt
noch nicht einmal die Last des Doktorhutes. Um so erstaunlicher ist,