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färbte Kugeln zu entnehmen. Im Beutel befanden sich gleich
viele weiße und rote, aber im übrigen völlig gleiche Kugeln. Nach
der Ziehung einer Kugel ward die Farbe (w oder r) notiert, und
bevor eine neue Kugel gezogen wurde, ward die herausgenommene
Kugel in den Beutel zurückgelegt, worauf eine sorgfältige Mischung
sämtlicher Kugeln erfolgte. Das Experiment wurde 10000 Male
wiederholt, und die wechselnden Resultate hinsichtlich der bei jeder
ainzelnen Ziehung erzielten Farbe kann man sich leicht in einer
Reihe wie in der folgenden niedergeschrieben denken,
WWIWITWWIITWILTWITTWWITWI 000000009
welche man sich also als 10000 Buchstaben enthaltend vorstellen muß,
Insgesamt ward weiß 5011 Male und rot 4989 Male gezogen;
insofern ist die Zahl jeder Farbe ungefähr die gleiche. Die Frage
ist indes die, ob diese Abweichung von gerade der Hälfte jeder
Art als groß oder klein angesehen werden kann, oder mit anderen
Worten, welche Abweichungen überhaupt zu erwarten sind, wenn
man eine gegebene Anzahl Male zieht, und ob sich diese Ab-
weichungen verändern, wenn die Anzahl der Male, in denen man
im ganzen zieht, vergrößert oder verkleinert wird, und dann wie.
Stellt man sich — wie es bei der Untersuchung dieser und
jer folgenden Ziehungsresultate beabsichtigt ist — auf einen rein
ampirischen Standpunkt, so muß man, um zu Erfahrungen über die
Größe der Abweichungen zu gelangen, die Versuche viele Male
wiederholen. Anstatt immer und immer wieder 10000 Ziehungen
vorzunehmen, kann man die vorliegende Beobachtungsreihe z. B. in
der Weise benutzen, daß man sie in Gruppen von je 100 Ziehungen
zerlegt; in jeder solchen Gruppe sollte unserer Erwartung nach das
Verhältnis zwischen rot und weiß nicht viel von 50 w und 50 r
abweichen. Von den 10000 Beobachtungen kann man nun 100
Gruppen zu je 100 Buchstaben bilden, und es zeigte sich bei einer
Aufzählung, daß inur 9 der 100 Gruppen gerade 50 w und 50 r
ergaben, während sich in 11 der 100 Gruppen 49 w und 51 r,
in 551 w und 49 r usw. befanden. Das Resultat der Aufzählung
'n sämtlichen 100 Gruppen ist im übrigen aus der Tabelle 1 er-
sichtlich.
Schon aus dieser Tabelle kann man einige Erfahrungen darüber
yewinnen, wie es gehen wird, wenn man aus einem Beutel mit
oyleich vielen weißen und roten und im übrigen auch möglichst