Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

tische Gedankenarbeit. Allein trotzdem ist es wahr, 
daß die Loslösung hier noch langsamer vor sich ging. 
An die Metaphysik klammerte sich das Sehnen, das 
noch blieb, als man mit Resignation der Theologie 
gegenüber sich'schon abgefunden hatte. Noch lange, 
nachdem man der gebotenen und geoffenbarten Meta 
physik, der Theologie, entsagt hatte, glaubte man, die 
freie Konstruktion metaphysischer Welten innerhalb 
der Wissenschaft festhalten zu können, ohne zu be 
denken, daß Geboten unterworfene und freie Speku 
lation, philosophische und religiöse Metaphysik sich 
nur durch das für das Wesen der Sache gleichgiltige 
Moment der äußeren sozialen Sanktion unterscheiden. 
Und bis heute sind metaphysische Schatten der 
Wissenschaft auf ihrem Weg gefolgt. 
Es begann die Herrschaft des Glaubens an eine 
universelle Harmonie. An sich liegt darin ja noch 
keine metaphysische Behauptung, sondern nur die Er 
fahrungstatsache, daß die Dinge um uns kein Haufen 
zusammenhangloser Einzelerscheinungen sind, viel 
mehr eben, weil wir sie beschreiben und voraussehen 
können, offenbar nach gewissen allgemeinen Regeln 
entstehen und vergehen. Aber diese Tatsache oder 
Annahme wurde oft, wie früher auf eine persönliche 
Gottheit, so nun auf eine nicht außerweltliche, aber 
als reales Agens die Welt durchdringende Wesenheit 
hypostasiert — in der Form eines Pantheismus oder 
Panentheismus. Nun spreche ich hier nicht von dieser 
Weltanschauung als Weltanschauung. Soweit sie nur 
das ist, und so weit sie aus dem Reich der Metaphysik 
nicht heraustritt, kommt sie für unsern Zweck
	        
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