HI]. FRUCHTHAINE UND REBENGELÄNDE DER ERDE 65
Bis etwa gegen Ende des Weltkrieges war Costarica führend
im Bananenexport, neuerdings wurde es aber von Honduras über-
flügelt. Die Bedeutung der übrigen Anbaugebiete für die Versorgung
des Weltmarktes zeigt die nachfolgende Übersicht. Außer den hier
genannten Gebieten kommen noch die Kanarischen Inseln für Eng-
land, die Hawali- und die Fidschiinseln für die Vereinigten Staaten
als Exportländer in Betracht.
Bananenexport aus Mittelamerika, Westindien und Kolumbien in
Millionen Büscheln
1928
19271
29
3
Jamaika ,
Kuba, ..
Guatemala
Honduras .
Costarica . .
Nicaragua .
Panama .
Kolumbien
2,9
6,8
1,2
14
4,0
2,0 ;
| 1,7 4,
3,5 2,5 1
2929
ce
' Export nach den Ver. Staaten.
Fast die gesamte Ba-
nanenerzeugung und der
Bananenhandel sind in
den Händen der „Uni-
ted Fruit Company“
(Ufco), die die größten
Plantagen und besten
Bananenlagen besitzt
und Export und Ver
kauf bis zum Detailhan-
del musterhaft organi-
siert hat. Sie unterhält
in der „Great White
Fleet“ eine Flotte von 46. Bananenausfuhr aus Mittelamerika und West-
gegen hundert schnell- indien nach den Vereinigten Staaten 1927
fahrenden und mit be-
sonderen Einrichtungen für den Bananentransport versehenen Dampfern.
Die Banane ist heute in Amerika und in den Ländern Mittel- und
Nordeuropas ein Volksgenußmittel geworden. Der weitaus wichtigste
Aufkäufer ist die Union, die im Mittel 1924—1927 über 50 Mill.
Büschel, davon mehr als die Hälfte aus Mittelamerika und ein Viertel
aus Jamaika, bezog. Die wichtigsten Einfuhrhäfen sind vor allem
New Orleans und Mobile, dann Galveston, New Vork, Philadelphia
und Boston, im Westen San Francisco und Seattle. Von den euro-
päischen Käufern stehen England und Deutschland an erster Stelle.
Die europäischen Länder beziehen auch erhebliche Mengen von den
Kanarischen Inseln, wo die Bananenkultur mit dem Untergang
der Cochenillezucht seit den neunziger Jahren des vorigen Jahr-
hunderts aufkam.
Beinhard. Krdkunde