gegenwärtigen Form immer mehr in ihrem Leerlauf und ihren Irr⸗
tümern erkannt.
Das jungdeutsche Manifest soll nicht etwa die Aufgabe lösen, eine
starre und unabänderliche Formulierung einer künftigen Staatsord⸗
nung zu vollziehen. Es soll vielmehr seine Aufgabe sein, die neuen
bolitischen Erkenntnisse einer vom Fronterlebnis beeinflußten Zeit
ind eines durch alle Kämpfe der Gegenwart gegangenen Jungdeutschen
Ordens zur Grundlage einer neuen politischen Auffassung zu machen,
deren Endziel in der schöpferischen Bejahung und nicht mehr in nieder-
reißender und zerstörender Verneinung liegt. Das jungdeutsche Mani⸗
fest zeichnet in rohen Umrissen den Volksstaat der Zukunft so wie er
hdeute als Hochziel vor den Augen der jungdeutschen Bewegung steht.
Das jungdeutsche Manifest enthält Grundbetrachtungen über die
neue Ordnung von Volk und Staat im Geiste des 20. Jahrhunderts.
Diese Betrachtungen knüpfen an die Lehre des Freiherrn vom Stein
an, welche die Vorbedingung einer gesunden Entwicklung mit den
Worten kennzeichnet: Volk und Staat müssen eins sein!
Mit der Beröffentlichung des jungdeutschen Manifestes und der
Zugrundelegung seiner Ideen für die politische Entwicklung des Jung⸗
deutschen Ordens beginnt die Aufgabe der jungdeutschen Bewegung,
diese Grundbetrachtungen durch weitere schöpferische Arbeit zu ergänzen
und fortzuführen. Zu diesem Zweck wird der Jungdeutsche Orden
mit allen aufbauwilligen und bejahungsfreudigen Kräften im deutschen
Volke ohne jeden Unterschied auf die Parteizugehörigkeit in frucht⸗
bringender Arbeit zusammenwirken. In offener Aussprache durch Wort
und Schrift wird er jede sachliche Kritik sowohl zustimmender als auch
ablehnender Natur der weiteren Entwicklung seiner eigenen Ideen und
der eines positiven nationalen Strebens dienstbar machen. Über diese
Aussprache und die Erweiterung der ganzen Gedankenwelt des jung⸗
deutschen Manifestes geht der Weg der jungdeutschen Bewegung in
Gemeinsamkeit mit allen gesinnungsverwandten Kräften im deutschen
Volk der weiteren Aufgabe, der Formulierung eines Entwurfes für
die Verfassung des Vollsstaates, entgegen.
Dieser Verfassungsentwurf, geboren durch sachliche Arbeit auf
breitester politischer Grundlage, wird neben vielen an das Manifest
anichließenden Sonderbetrachtungen seine nächste Fortsetzung darstellen.
Die bisherige Aufgabe des Jungdeutschen Ordens war die
Schaffung einer Organisation, welche, frei von allen Hemmungen und
Bindungen, dazu fähig ist, eine gemeinsame Idee an ihre Fahnen zu