fahrtstrust viele Kosten verursachte. Infolgedessen
konnte dieser sich nicht recht entwickeln, und im
Jahre 1914 stand er bereits vor der Einstellung der
Zinszahlung auf seine Schuldverschreibungen. Der
Krieg kam hier als Retter, und nun wurde der Schiff-
fahrtstrust plötzlich ein so wertvolles Besitztum, daß
die Standard Oil unter der Führung von Rockefeller
ein begehrliches Auge auf ihn warf. Durch Aktien-
aufkäufe versuchte Rockefeller, sich in den Besitz des
Trusts zu setzen, und nur in einem hartnäckigen Kampf
gelang es Morgan, diesen Wechsel in der Kontrolle
über die International Mercantile Marine zu ver-
hindern. Dieser Fehlschlag seiner Pläne -verstimmte
den alten Rockefeller dermaßen, daß die Standard Oil
und die von ihr abhängigen Unternehmungen sich
jeder Beteiligung an den von den Alliierten in den Ver-
einigten Staaten durch Morgan aufgelegten Anleihen
enthielten.
Unter der Depression der Nachkriegszeit hatte
natürlich auch der Schiffahrtstrust zu leiden, besonders
von 1923 ab, als die Einwanderungsgesetze sich aus-
zuwirken begannen. Nun kam es tatsächlich zur Ein-
stellung der Dividenden- und Zinszahlungen.
Immerhin ging es dem Schiffahrtstrust noch nicht
so schlecht wie der staatlichen Flotte der Union. Die
letztere umfaßte noch im Jahre 1926, als bereits ein
Teil wieder in Privathände übergegangen, ein anderer
Teil verschrottet worden war, 5,80 Millionen Brutto-
registertonnen und war damit noch etwas stärker als
die private amerikanische Handelsflotte mit ihren
5,76 Millionen Tonnen. Die Staatsflotte umfaßte be-
sonders zwei Unternehmungen, die United States
Lines, die die Passagierbeförderung besorgten und
vor allem die großen Dampfer „Leviathan‘ (das frühere
deutsche Schiff „Vaterland”), „George Washington“,
IR
Maorgdan
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