IX. MARKTORGANISATIONEN A)1
von den Banken, den Remisiers und den Privaten. Der Broker ist
agent seiner Kunden, doch ist er der Gegenpartei direkt haftbar?2%).
Der Broker, der zu kaufen wünscht, wendet sich dem Platze
zu, an dem das Papier gehandelt wird; werden dort die Kauf-
oder Verkaufanbote nicht ausgerufen, so fordert er einen Jobber
auf, ihm einen Preis zu machen. Der Jobber nennt einen Kauf-
und einen Verkaufpreis und nun erst gibt der Broker an, ob und
wieviel er kaufen oder verkaufen will. Damit erscheint das Geschäft
abgeschlossen. Die Zahl der Stücke, die der Jobber zu dem ge-
nannten Preis zu nehmen oder zu geben erklärt, ist durch die
Usancen beschränkt. Die Kurse der Obligationen (rents und funds)
sind in Prozenten, die der Aktien und Prioritäten (shares, obliga-
tions, bonds) in £ per Stück notiert. Amerikanische Eisenbahnstocks
notieren nach New Yorker Usance in $ für 100 # Nennwert. Die
Kurse verstehen sich bis auf wenige Ausnahmen einschließlich
Zinsen. Alle Geschäftsabschlüsse über kotierte Wertpapiere werden
an einer Tafel angeschrieben und alle bis 3 Uhr nachmittags
getätigten Kurse in der Official list veröffentlicht.
Prämiengeschäfte werden mit call bezeichnet, wenn der Käufer
das Recht des Rücktrittes hat, und mit put, wenn sich der Ver-
käufer dieses Recht vorbehält. Zweischneidige Prämiengeschäfte
heißen nut and call.
Bei der Prolongation wird der Report als Contango, der Deport
als Backwardation bezeichnet.
Alle Börsegeschäfte gelten, wenn nichts anderes vereinbart ist,
für die nächste Liquidation (existing account) abgeschlossen. Die
Abrechnung wird vom Stock Exchange Clearinghouse besorgt; die
Termine sind medio und ultimo, für Consols und indische Staats-
papiere zu Beginn jedes Monats. Jeder Abrechnung (Settlement)
geht der Contango day voraus, an dem die Prolongation vorzunehmen
ist. Am Ticket day übergibt jeder Käufer, der Effekten zu über-
nehmen hat, dem Jobber, von dem er gekauft hat, einen Schein
(Ticket), der Anzahl und Gattung der Stücke, den Preis und. die
Namen des Käufers und Verkäufers enthält. Hat der Verkäufer
seinerseits die Stücke gekauft, so gibt er das Ticket an seinen Ver-
käufer weiter usf., bis der Schein in die Hand des Verkäufers
gelangt, der effektiv zu liefern hat. Dieser liefert die Stücke, falls
es Inhaberpapiere sind, am folgenden Tage, dem Intermediate day,
24) Zur Unterscheidung von den anderen Brokers bezeichnen sich die
Mitglieder der Stock Exchange als Inside Brokers; jede Art von Reklame,
auch jedes Anbieten ihrer Dienste ist ihnen untersagt. Zu den Outside Brokers
gehören neben vielen angesehenen Firmen auch die Buwucket Shops oder
„long firms‘“, die in wenig einwandfreier Art Börseaufträge zu erlangen
suchen und diese dann „in sich‘ ausführen.
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