14. Nachfrage und Angebot auf dem Geldmarkt.
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der Art der Zälligkeit der Gelder, der Beurteilung der Größe der an
die Bank in den nächsten Monaten herantretenden Ansprüche und eini
germaßen auch von der Landestradition ab. Sie können mit einem
bestimmten Minimum von Einlagen, das ihnen dauernd verbleiben
wird, Anlagekredite gewähren: wie hoch sie dieses Minimum schätzen,
wird nicht bloß durch die normalen, sondern auch durch die zu er
wartenden Panikabhebungen bestimmt. Oie französischen Banken,
unter deren Einlegern die leicht erregbaren Rleinkapitalisten eine wich
tige Rolle spielen, wenden dem Geldmarkt eine größere chuote ihrer
Mittel zu als die deutschen oder amerikanischen Banken, die zum guten
Teil einer kühl überlegenden, geschäftskundigen Einlegerschaft gegen
überstehen.
Oie Sparkassen kommen als Geldgeber auf dem Weltmarkt auch
in den Reichen mit autonomer Sparkassenorganisation nur mit geringen
Summen in Betracht. Dagegen hat die Gewährung von Betriebs
kredit durch Genossenschaften in Deutschland, Oesterreich und Italien
immer stärkere Ausdehnung genommen.
§ür einen Zweig des Betriebskredits, den Diskontkredit, stehen
die Mittel der Notenbank zur Verfügung.
Rreditbanken und Notenbank nehmen Wechsel in individueller
Verhandlung von dem einzelnen Runden, die Rreditbanken geben
Rontokorrentkredit gleichfalls in Sondervertragsform. Ein Markt im
örtlichen Sinn existiert für diese Rreditformen nicht, ebensowenig für
den Effektenlombard.
Dagegen besteht ein Geldmarkt im wörtlichen Sinn für den Akzept-,,
den Reportkredit und das tägliche Geld. Diese Rredite werden auf dem
Rontinent zum weit überwiegenden Teil an der Börse abgeschlossen
und die Bedingungen hierfür werden überall öffentlich notiert. Gegen
stand des Börsenverkehrs können nur solche Wertgegenstände sein, bei
denen sich die Unterhandlung auf den preis beschränken kann,- von den
wechseln sind daher nur solche für den Börseverkehr geeignet, deren
Akzeptant allenthalben als so gut bekannt ist, daß über die Wechsel
sicherheit eine Diskussion überflüssig ist. Derartige Akzeptanten sind die
Banken und (auf dem Rontinent nur ausnahmsweise) allererste Indu
striefirmen. Die Entstehung der Bankwcchsel haben wir oben ge
schildert ; sie kommen in festen Beträgen abgerundet in den Verkehr.
Geldgeber, beziehungsweise Diskonteure von Bankakzepten sind
zunächst wieder die Rreditbanken, die überschüssige Mittel zur Verfü
gung haben und sie in einer weise anlegen wollen, die unbedingt sichere
Rückzahlung bei verfall gewährleistet, was bei den Akzepten des „offe-