Object: Berliner Banken

Der Bankdirektor. 
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Industriellensamilien stammt, mit Glück als Schriftsteller 
hervorgetreten. Er galt unter den Intimen schon lange 
als ein begabter Maler. Aber wie weit solch Tun von 
der allgemeinen Norm abweicht, zeigt sich am besten 
darin, daß die öffentliche Meinung sofort geneigt war, 
die geschäftliche Begabung dieses Kühlen, überaus klugen 
Skeptikers niedrig einzuschätzen. Mel milder urteilt die 
öffentliche Meinung über die wissenschaftliche Nebentätig 
keit der Bankdirektoren, die naturgemäß sich meist aus 
das Gebiet des Handelsrechts erstreckt. Aber charakte 
ristisch ist, daß auch auf diesem Gebiet, das geradezu eine 
Domäne für Leute, die praktische Erfahrung mit theo 
retischer Vorbildung verbinden, sein sollte, in Berlin nur 
ein einziger Bankdirektor — er ist jetzt a. D. — als 
wissenschaftliche Autorität gilt. Neben ihm kann sich allen 
falls noch der Direktor einer westdeutschen Provinzialbank 
sehen lassen. Nicht einmal das Gebiet der Nationalöko 
nomie hat einen wirklich großen Repräsentanten aus der 
Vankwelt hervorgebracht. Selbst außerhalb Berlins, im 
Lanzen Deutschen Reich findet sich nur ein einziger süd 
deutscher Direktor, der wenigstens auf dem Gebiet der 
Währungsfrage für sich Autorität beanspruchen kann. 
Das ist ganz besonders auffallend, wenn man sich daran 
erinnert, daß die englische klassische Nationalökonomie 
einen Teil ihrer hervorragendsten Geister, man denke 
"• W an Ricardo, aus den Londoner Bankiers rekru- 
^ierte. Auch die ftanzösische Nationalökonomie weist 
-oankiers als Grundleger auf. Bei der steigenden aka- 
emischen Vorbildung unserer Bankleiter wäre diese 
atsache sehr verwunderlich, wenn man sie nicht eben 
der außerordentlichen Überlastung zu einem Teil er- 
ären könnte. Auch in den Parlamenten ist die Bank- 
welt verhältnismäßig wenig vertreten. 
Selbst die Geselligkeit in den Häusern der Bank-
	        
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