das auf Privateigentum beruhende Gewinninteresse .der
Aktionäre nach wie vor die entscheidende Instanz für die
Unternehmerfunktion der Betriebsleitung. Eine allgemeine
und grundsätzliche Lösung dieser Verkettung ist bisher
jedenfalls noch nicht gelungen, und man muß bis auf wei-
teres die Möglichkeit überhaupt bezweifeln. Wer im Inter-
esse einer gleichzeitig demokratischen und ergiebigen Ge-
staltung der. Wirtschaft die Unternehmerfunktion in der
Wirtschaftsführung erhalten will, der wird also auch das
Privateigentum an den. Produktionsmitteln mit in Kauf neh-
men und auf Sozialisierung verzichten müssen. Auf jeden
Fall scheint mir hıer der Punkt zu liegen, von dem aus eine
ernsthafte, sachliche‘ Diskussion dieser grundsätzlichen
NE möglich ist, die sich sonst se leicht ins Uferlose ver-
iert.
Nun wird in diesem Zusammenhang nicht selten entgeg-
net, eine große Anzahl selbständiger Einzelunternehmer sei
zwar vielleicht unter wirtschaftsdemokratischem Gesichts-
punkt erfreulich, und im 19. Jahrhundert habe es auch etwas
Derartiges gegeben, heute aber im Zeitalter der Vertrustung
und Syndizierung der Wirtschaft gehöre dies längst der
Vergangenheit an. Gegenüber solchen doktrinären Anschau-
ungen. kann nicht oft genug darauf. hingewiesen werden,
daß eine hemmungslose. Konzentration durch Trusts, Kon-
zerne oder Syndikate auch heute noch keineswegs die
Regel, sondern eine Ausnahme darstellt, die sich auf
ganz wenige bestimmte, dafür in gewissem Sinne präde-
stinierte Wirtschaftszweige beschränkt.
während überall sonst in der Wirtschaft der
selbständige kleine und mittlere Betrieb noch durch-
auns vorherrscht.
Ganz besonders gilt dies für die Fertigindustrie, die
ja den weitaus größten Teil der gesamten industriellen
Produktion umfaßt. Und zwar handelt es sich hier nicht
etwa um ein bloßes Nachhinken, um eine Rückständigkeit,
deren Ueberwindung nur eine Frage der Zeit wäre.
Wenn ich beispielsweise auf die mir nahestehende
Maschinenindustrie abzielen darf, so wird niemand leugnen
wollen, daß sie einen, der modernsten und fortgeschritten-
sten Zweige der gesamten deutschen Volkswirtschaft dar-
stellt. Trotzdem ist in ihr die Zahl der kleinen und mittleren
Betriebe nicht nur nicht in der Abnahme, sondern sogar
noch in der Zumahme begriffen. Ihre allergrößten Be-
triebe erreichen noch nicht 10000 Beschäftigte, und nur
wenige Prozent der ihr angehörigen Werke überschreiten
auch nur die Grenze von 1000 Beschäftigten. Das was in
dieser Beziehung von der Maschinenindustrie zu Sagen ist,
gilt für die meisten Zweige der Fertigindustrie in ähnlichem
öder sogar in noch höherem Maße,
Und zwar verdankt diese Menge kleinerer und mittlerer
Betriebe in der Maschinenindustrie nicht etwa irgendwelchen
künstlichen Fürsorgemaßnahmen kartellistischer oder son-
stiger Art ihre Erhaltung, vielmehr handelt es sich hier um
eine völlig freieund gesunde Entwicklung,
die sich sozusagen täglich neu ergänzt, und die in der
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