Von allen. Getreidearten; hat. der Reis die meisten
Kulturformen. In jedem größeren Reislande werden mehrere
Hundert, in einzelnen über Tausend kultiviert. Es ist mehrfach
versucht worden, die Rassen des Kulturreises zusammenzu-
stellen und in ein System zu bringen. In der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts hat Desvaux etwa 30 Reisvarietäten nach der
Begrannung der Spelzen und der Form der Früchte unter-
Schieden. Eine etwas spätere Einteilung stammt von dem be-
rühmten französischen Agronomen Heuze; in ihr werden
3 Arten unterschieden: Oryzarsativa,.. 0. glutinosa,
OO: japonica, 0. mutica. 0. montana, und bei der
weiteren Gruppierung ebenfalls Begrannung, Form und Farbe
der Frucht zugrunde gelegt. Eine allgemeinere Zusammen-
stellung gab 1885 Körnicke (83, S. 232). Die Hauptunter-
scheidung, die er vornimmt, nämlich zwischen „gebräuchlichem
Reis‘ (Utilissima) und „Klebreis‘“ (Glutinosa), beruht auf
der chemischen Zusammensetzung des Korns. Beim gewöhn-
lichen Reis ist es durchscheinend, im Bruch glasig, etwas glän-
zend; sein Klebergehalt ist sehr gering. Das Korn des Kleb-
reises dagegen ist matt, im Bruch von stearinartigem Aussehen,
schneidet sich aber ebenso hart wie der, gewöhnliche Reis. Die
Stärkekörner des Klebreises zeigen ein auffallend verschiedenes
Verhalten von der gewöhnlichen Stärke: sie färben sich mit Jod
nicht violett, sondern rötlich bis gelbbraun, was von einer Bei-
mengung von Dextrin und Amylodextrin herrührt. Bei der
Durchführung seines Systems wendet Körnicke dieselben
Grundsätze wie Desvaux und Heuze an. Über die leitenden
Gesichtspunkte, nach denen eine sachgemäße Einteilung der
Kulturreisvarietäten vorzunehmen wäre, sprechen sich! R: J.D:
Graham (62) und Copeland (43) aus.
2. Veredlung und Züchtung.
Die Zuchtziele beim Reis erstrecken sich in erster Linie und
allgemein auf den Ertrag und die Güte der Körner. Erst in
zweiter Reihe und unter besonderen Umständen können andere