fullscreen: Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

11. Hygienische Mafznahmen 
in den Städten. 
A. Regulierung der Städte. 
D ie Häuser der alten Städte lassen in hygienischer Beziehung 
viel zu wünschen übrig. Es fehlt in ihnen vor allen Dingen 
an Duft und Dicht, auch sind sie nicht fest genug gebaut, 
um sich gegen Stürme oder gar Erdbeben halten zu können. Sodann 
ist die Front der Häuser so willkürlich gewählt, daß die Straßen 
außerordentlich unregelmäßig geworden sind; überdies sind sie viel 
zu eng. Um diesen Übelständen abzuhelfen, wurde im November 1898 
eine Kommission für die Regulierung der Städte Taihoku und 
Kilung ins Deben gerufen. Diese Kommission hat zunächst im August 
1900 den Arbeitsplan für die innere Stadt (Jönai) von Taihoku 
(Flächeninhalt 350 000 Tsubo = 1 157 000 qm) festgelegt, darauf im 
Juni 1901 den Plan für das südliche Stadtviertel, wo zum Teil noch 
jetzt Reisfelder liegen, und im Oktober 1905 schließlich einen Gesamt 
plan für das ganze zukünftige Taihoku (Flächenraum 2 000 000 Tsubo 
= 6 611 600 qm). Dieser letztere Plan ist nämlich mit Rücksicht auf 
das zu erwartende Wachstum der Stadt auf 150 000 Einwohner 
berechnet worden, während Taihoku jetzt 85 000 zählt. 
Um einerseits die Stadt vor Überschwemmung zu schützen und 
anderseits den Verkehr auf demTamsui zu erleichtern, sind Schutzwälle 
und Kaie von 3000 m Dänge sowie ein Ankerplatz mit 165 300 qm 
Fläche projektiert. Sodann sind über 76 000 qm Parkanlagen in der 
inneren Stadt vorgesehen, und gegenwärtig ist man im Begriffe, hier 
mehrere mit Rasen und Bäumen bepflanzte Schmuckplätze sowie 
— an der Stelle der alten Stadtmauer — einen Promenadenring von 
45 bez. 82 m Breite einzurichten. Die Straßenlänge der Stadt wird 
insgesamt 22 Ri (86,4 km) betragen. Die Straßen sollen je nach 
Bedarf eine Breite von 12, 10, 8, 6, 5, 4 und 3 Ken 1 ) besitzen. Zu 
!) 1 Ken = 1,818 m
	        
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