schaftsformen eingeordnet sind, eine Definition der „Individualwirtschaft“
gegeben, die der geschlossenen Hauswirtschaft Büchers
sehr ähnlich sieht).
Gleichwohl bezeichnen m. E. die Ausführungen Sombarts
gegenüber Bücher einen methodischen Fortschritt. Er sah, daß die
Büchersche Theorie „geradezu falsch, mindestens außerordentlich
leicht irreführend“ sei!®), erklärte es aber auch zugleich für unmöglich,
„das ungeheuer komplizierte Problem der Unterschiede
verschiedener Wirtschaftsweisen restlos in jenen Schematismus
Büchers aufzulösen, der auf relevanteste Punkte der wirtschaftlichen
Organisation entweder gar keine Rücksicht nimmt, oder aber den
Tatsachen, die er meistern will, geradezu Gewalt antun muß“.
Sombart kommt zu dem Schlusse: „keine der früheren Theorien
ist kritisch. .., keine vermag mit ihrer Einteilung die Fülle der
wirtschaftlichen Erscheinungen zu erschöpfen‘“**).
Freilich ist die Einteilung, die er daraufhin selbst vorschlug??),
ebensowenig befriedigend oder erschöpfend*®), so sehr er sich auch
bemühte, durch Unterabteilungen und Spezialisierung der einzelnen
Stufen ihnen „Kolorit“ zu verleihen‘*). Später hat Sombart in
seinem großen wirtschaftsgeschichtlichen Hauptwerk die Notwendigkeit
einer Revision verschiedener wirtschaftswissenschaftlicher Begriffe
betont. „Eigenwirtschaft und Naturalwirtschaft sind ebensowenig
dasselbe wie Tausch- und Geldwirtschaft, und Gegensätze
sind nicht Eigenwirtschaft und Geldwirtschaft, Naturalwirtschaft
and Tauschwirtschaft, sondern nur Eigen- und Tauschwirtschaft,
Geld- und Naturalwirtschaft.“ „Die Ausdrücke Geld- und Naturalwirtschaft
dagegen können nur den Sinn haben, daß jene eine
Wirtschaftsverfassung bezeichnet, bei der neben den Gebrauchsgütern
ein Geldgut auftritt, während Naturalwirtschaft ohne
dieses geführt wird. Sofern nun schon ein Geldgut besteht, wenn
®) Die gewerbliche Arbeit und ihre Organisation. Archiv für soziale
Gesetzgebung und Statistik 14, 392 (1899). Sombart selbst gesteht zu, daß die
Bezeichnung „Individualwirtschaft“ nicht sehr glücklich ist. A. a. O. Anm. 1. Sie
ist diejenige, auf welcher der Gesamtbedarf einer Konsumtionswirtschaft in derselben
Wirtschaft, die also gleichzeitig Produktionswirtschaft ist, hergestellt wird.
») A.a.O. S. 385.
u) Aa. O0. S. 387.
1?) Vgl. die Tafel a.a.O. S. 402.
18) Vgl. die Kritik v. Belows Probleme der Wirt. Gesch. S. 206.
4) So Sombart a. a. O. S. 393.