fullscreen : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

i)  Weltr.  103.  —  2 )  Weltr.  104.  —  3)  Weltr.  104,  105.

—  76  —
würde,  wie  es  auch  richtig  sei,  daß  kleine  Bauerngüter,
mit  »großer  Tendenz  zur  Steigerung  der  Pachtsummen  in
Pacht  gegeben«,  einen  größeren  Reinertrag  ergeben,  als
wenn  dieselben  Bodenstücke  als  Eigentum  von  den  Bauernfamilien ­
  bebaut  würden. 1 )  Dasselbe  sei  auch  der  Fall,
wenn  eine  Nation,  nachdem  sie  im  Ackerbau  auf  die  oben
bezeichnete  Weise  den  höchstmöglichen  Reinertrag  zu  erzielen ­
  begann,  den  letzteren  nun  dazu  verwendet,  »eine
möglichst  zahlreiche  Fabrikpopulation«  zu  unterhalten,  also
Industrie  zu  treiben.  Die  Vorteile  im  letzteren  Falle  seien
noch  merkbarer  bei  einer  übermäßigen  Fabrikbevölkerung,
wobei  man  »aus  seinem  Lande  sozusagen  die  Stadt  andrer
Länder  macht.« 2 )  Allein  alle  Bestrebungen  nach  dem  höchstmöglichen ­
  Reinertrag  seien  verderblich,  weil  »die  Sicherheit  des
Staates  durch  die  übergroße  Menge  von  taglöhnerischem
Pöbel,  bedrückten  Kleinpächtern«  und  zu  zahlreichen  Fabrikarbeitern ­
  »mehr  gefährdet  wird,  als  der  Nutzen  eines
größeren  reinen  Ertrags  beträgt.« 3 )
Man  müsse  sich  aber  wegen  der  Furcht  vor  der  Übervölkerung ­
  mit  Fabrikarbeitern  vor  einem  anderen  Extrem
sehr  hüten,  wonach  besser  sei,  fremde  Fabrikate  wohlfeiler
einzukaufen,  als  selbst  teurer  zu  produzieren,  denn  eine
unabhängige  Nationalexistenz  erfordere  es,  daß  der  Staat
»dringendste«  Bedürfnisse  selbst  befriedige. 8 )
Wie  nun  aber  auf  diesen  Irrwegen  der  Volkswirtschaftspolitik ­
  »die  rechten  Mittelwege,  die  richtigen  Auskünfte,  die
wirksamen  Arzneimittel  zu  treffen«  wären,  darüber  lassen
sich  nach  Kankrin  keine  allgemeinen  Regeln  aufstellen,  denn
das  sei  schon  die  Sache  der  Staatsweisheit,  die  »auf  angeborenem ­
  Grund  erworben  wird  und  keineswegs  als  eins
mit  der  Wissenschaft  betrachtet  werden  kann«.  Auch
lassen  sich  »keine  Lehren  für  die  Staatsweisheit  geben,  wie
für  jede  Weisheit  überhaupt,  da  alles  von  den  Umständen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.