Object: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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Es kamen noch andere Umstände hinzu, die Kankrin 
schliesslich veranlassten, um seine Entlassung aus dem 
Amte des General-Intendanten zu ersuchen, die ihm auch 
am 14. April 1820 erteilt wurde, allerdings mit Gewährung 
des bisherigen Amtsgehaltes. 
Die Müsse, die Kankrin nach dem Kriege und dann 
nach der Amtsentlassung gegönnt war, benutzte er zu 
literarischen Arbeiten. Zuerst legte er seine Erfahrungen 
aus dem letzten Kriege in einem Werke nieder, das in 
drei Bänden in Petersburg 1820—1823 erschien, nämlich: 
»Militärökonomie im Kriege und Frieden«, und dann (1821) 
ließ er in München seine erste nationalökonomische Schrift 
erscheinen unter dem Titel: »Weltreichtum, Nationalreichtum 
und Staatswirtschaft.« Diese Arbeit endigte er mit den 
Worten: »Hier schliessen wir endlich das Werklein mit dem 
herzlichen Wunsch, daß es theoretisch etwas nützen möge, 
aber leider mit der vollen Überzeugung, daß es praktisch 
sehr wenigfruchten werde.« 1 ) Es.ist wohl das Umgekehrte ein 
getroffen, denn die Schrift ist zum Programm des russischen 
Finanzministeriums geworden, zu dessen Leitung der Autor 
bald berufen werden sollte. 
Inzwischen, als er, am 14. April 1820 vom Amte des 
General-Intendanten entlassen und am 22. ds. Mts. in das 
Conseil des Kriegs-Ministeriums berufen nach Petersburg 
übersiedeln mußte, scheinen die materiellen Verhältnisse 
Kankrins nicht besonders günstig gewesen zu sein, da 
er, um in der Hauptstadt standesgemäß mit der Familie 
leben zu können, sich genötigt sah, den Kaiser um Unter 
stützung zu ersuchen. 2 ) Dieselbe scheint aber nicht bewilligt 
worden zu sein. Desto charakteristischer ist deshalb für 
Kankrin der Umstand, daß er etwa um dieselbe Zeit die 
glänzenden Anträge der österreichischen Regierung abschlug 
und in Diensten Rußlands verblieb. 
o Weltr. 240. — 2) Keys. 23. -
	        
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