Alphabetisches Verzeichnis.
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1910 besaßen 4533 Personen den ganzen privaten Grundbesitz,
während 971% der ländlichen Familien keinen eigenen Grund und Boden
besaßen. Die Regierung gewährte von 1915—1923 24 (von den 67) Ge-
meinden Ejidos, Der Ackerbau blüht. Die Weizenernte wurde 1924 auf
44.722 t angegeben, der in zahlreichen Mühlen gemahlen wird, dazu
kommen ca, 5000% Gerste, große Mengen: der gebräuchlichsten Feld-
früchte, 5000t Kichererbsen, ferner Tabak, Ixtle, Zucker, Trauben,
Früchte, dazu (1923) 4000 Faß zu 2501 Pulque. Der Viehstand betrug 1924
59.655 Rinder, 12.870 Pferde, 9312 Maultiere, 34.290 Schweine, 116.818
Schafe und 193.525 Ziegen.
Die Industrie beschränkt sich außer Mühlen und Stampfwerken vor-
wiegend auf Textilfabriken (Wolle 7, Baumwolle 8). Heimgewerbe erzeugt
3trohhüte, Sättel, baumwollene, seidene und wollene Gewebe.
Verhältnismäßig viele Bahnen durchziehen den Staat.
Der Staat Guerrero, 64.458 km, mit 581.565 Einwohnern (1921,
3:26 pro km”), reicht von der Südseeküste aus ziemlich weit ins Innere,
ohne das eigentliche Hochland zu erreichen. Der größte Teil des Gebiets
gehört der Tierra caliente und templada an, zeigt also hohe und mäßige
Temperaturen im Durchschnitt. Die Sierra Madre streicht parallel der
Küste und dem Balsafluß. Der Regenfall wechselt erheblich. Der Hafen
Acapulco in 16° 49’ n. Br., 3m ü. M. (ca. 6000 Einwohner), hat einen
Jahresniederschlag von 1162 mm (Juni 357-6, Dezember bis März 0), Iguala
im Innern, in 18° 15’ n. Br., 866 m (8000 Einwohner): 610 mm (September
1586, Dezember bis Februar 0). Der größte Teil des Staates gehört dem
Flußgebiet des Rio Balsas an, der aber trotz seiner Länge auf den meisten
Strecken wegen starken Gefälls nicht schiffbar ist.
Der Bergbau lieferte 1924: 240 kg Gold, 833.111 kg Silber und
585.334 kg Blei. Die Wälder bieten Möbel- und Bauholz. Der private
Landbesitz war 1910 in den Händen von 1712 Personen, während 985%
der ländlichen Bevölkerung landlos waren. 1915—1923 hat die Regierung
30 (von den 73) Gemeinden Ejidos gegeben. Die Landwirtschaft ist viel-
gestaltig. Außer den gebräuchlichsten Nutzpflanzen des heißen und des
gemäßigten Höhengürtels wird Sesam, Baumwolle (1923: 442t), Zucker-
rohr, Kastor angebaut. Der Viehstand war 1924: 102.887 Rinder, 3364
Pferde, 1985 Maultiere, 44.612 Schweine, 6591 Schafe und 383.936 Ziegen,
Industrie ist noch ganz unentwickelt, besitzt aber 2 Baumwollspinnereien
and -webereien, Die Entwicklung des Staates ist durch den Mangel an
guten Verkehrswegen stark beeinträchtigt. Nur der Norden besitzt
Bahnen. Wichtig und ausgezeichnet ist aber der Südseehafen Acaptlco,
der von vielen Linien besucht wird.
Die Hauptstadt des Staates ist Chilpaneingo (5958 Einwohner) in
1380 m ü. M., mehrfach von schweren Erdbeben heimgesucht; sie ist wenig
antwickelt. In Heimgewerbe feine Palmhüte und Matten.