Object : Deutschlands chemische Industrie

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Zwei  Jahre  danach  weist  er  im  Steirik'ohlenteer  das
reichliche  Vorkommen  des  früher  nur  aus  der  Benzoesäure ­
  erhaltenen  Benzols  durch  dessen  Ueberführung
in  Nitrobenzol  und  Anilin  nach,  und  nun  beginnen  die
epochemachenden  Untersuchungen  über  die  Derivate
dieses  verwandlungsfähigen  Körpers.
Durch  die  Vermittlung  der  Königin  von  England
wird  Hof  mann  1845  an  das  Royal  College  of  Chemistry
nach  London  berufen,  wo  er  in  der  Mitte  der  fünfziger
Jahre  die  wissenschaftliche  Grundlage  der  Farbenchemie
legt,  die  die  Welt  mit  einer  nie  geahnten  märchenhaften
Farbenpracht  beschenken  sollte.  Nach  zwanzigjährigem
Aufenthalt  in  England  verlässt  er  seine  glänzende  Londoner ­
  Stellung,  um  dem  „Lockruf  nach  dem  Hochlande
einer  deutschen  Universität“  nach  Bonn  und  kurz  darauf
nach  Berlin  zu  folgen.

Laboratorien  Inzwischen  hatten  sich  die  deutschen  Verhältnisse
wesentlich  geändert.  Nach  dem  Vorbilde  Liebigs  in
Giessen  und  Wühlers  in  Göttingen  waren  die  Hochschulen ­
  mit  Laboratorien  ausgestattet  worden,  die  der
Industrie  bald  ein  Heer  mit  dem  Rüstzeug  wissenschaftlicher ­
  Forschung  ausgestatteter  Chemiker  zur  Verfügung ­
  stellen  konnten,  die  darauf  brannten,  ihre  Kenntnisse ­
  und  Erfahrungen  in  die  Praxis  zu  übertragen.  Die
deutsche  Maschinentechnik  hatte  sich  durch  die  aufstrebende ­
  Entwicklung  des  Eisenbahn-  und  Lokomotivbaus
  gehoben,  und  schon  hatte  Werner  Siemens  den
Grund  gelegt  für  die  technische  und  chemische  Ausnutzung ­
  der  elektrischen  Kraft.

Einfluss  der
Gründung
des
Deutschen
Reichs

Aber  erst  die  Begründung  des  Deutschen  Reiches
unter  des  grossen  Kaisers  glorreicher  Regierung  schuf
für  den  Aufbau  einer  deutschen  Weltindustrie  die
            
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