Erhebung über die Produktion 15
das Vereinigte Königreich ausnimmt, hauptsächlich die neutralen
Länder Europas und die außereuropäischen Länder, die für die Zeit
des Krieges in zahlreichen Wirtschaftsgebieten das Bild einer
erheblichen Vervollkommnung ihrer technischen Ausrüstung dar-
bieten; groß ist der Gegensatz zwischen den Ländern dieser beiden
Gruppen einerseits und gewissen kriegführenden Ländern Europas,
besonders Mittel- und Osteuropas andererseits, wo man in Bezug
auf die technische Ausrüstung eine stark rückläufige Bewegung
feststellen muß ohne jedes Gegengewicht. Die Antwort der rumä-
nischen Regierung (vom 1. Juli 1921) hierzu ist deutlich: „Seit
dem Beginne des Krieges sind keine Maschinen mehr eingeführt
worden. Die Mehrzahl der früher vorhandenen wurde durch den
Feind zerstört oder weggenommen. Infolgedessen ist die Hand-
arbeit nicht durch Maschinen ersetzt worden, denn unsere In-
dustrie konnte sie nicht liefern; der Maschinenmangel mußte im
Gegenteil durch Handarbeit wettgemacht werden.“
So bemerkt man deutlich zwei Bewegungen, beide größten
Stiles; die eine voller Verwüstungen, übermäßiger Ausnutzung
und des Verbrauches der technischen Ausrüstung, andererseits
die Bewegung, die zur Ausdehnung, zur Vervollkommnung führt.
Die Erstere ist kennzeichnend für die Mehrzahl der kriegführenden
Länder Europas, während die Zweite in den neutralen europäischen
Ländern und in den außereuropäischen Ländern vorherrscht.
Diese beiden entgegengesetzten und ineinander übergehenden
Bewegungen beleuchten in gewissem Sinne sehr gut manche durch-
aus deutlichen Tendenzen der Entwickelung der allgemeinen
Produktion und der durchschnittlichen Arbeitsleistung der Be-
schäftigten in den verschiedenen Ländergruppen.
3. Transportkrise
Die Untersuchung über diese Frage ergibt folgende Schluß-
folgerungen:
1. Während des Krieges wie auch in der ersten Zeit nach
dem Kriege, d. h. vom Zeitpunkte des Waffenstillstandes bis zur
Mitte des Jahres 1920, als sich auf dem Weltmarkte ein allgemeiner
Zusammenbruch bemerkbar machte, haben alle Länder die größten
Schwierigkeiten auf dem Gebiete des Transportwesens durch-
gemacht. Zu der Krise des Landtransportes und der Binnen-
schiffahrt kamen die nicht minder großen Hemmnisse des See-
verkehres. In allen Fällen trat auch eine Preiskrise auf als Folge
erheblicher Erhöhungen aller Frachten.
Diese Krise mußte zur Erklärung der Tatsachen heran-
gezogen werden, über welche die Erhebung damals, als sie be-
schlossen wurde, Licht verbreiten sollte, hat sie doch zu jener Zeit
den Ausgleich von Angebot und Nachfrage behindert.
‚2. Die wesentlichsten Faktoren der Transportkrise sind:
die Zerstörung der Verbindungswege und der Kunstbauten in
den vom Kriege heimgesuchten Landstrecken, die außergewöhn-
liche Abnutzung des Matrials während des ganzen Krieges,
besonders in den europäischen Ländern, die längere Vertagung
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