Kap. I.
Die Grundursache der immer wiederkehrenden Krisen.
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übergroßes Lager auf dem palse ließ und ihn zwang, feine Leute zu
entlassen, mußte auf gleiche Weise entstehen. Irgendwo, vielleicht
am anderen Ende der Welt, hat eine Hemmung der Produktion eine
Störung in der Nachfrage der Konsumenten bewirkt. Daß die Nachfrage
sich vermindert, ohne daß der Mangel befriedigt wird, zeigt, daß die
Produktion irgendwo gehemmt ist.
Die Leute brauchen die Artikel, welche der Fabrikant macht, so
nötig wie je, gerade wie die Arbeiter die Dinge brauchen, welche der
Händler zu verkaufen hat. Aber sie haben nicht mehr soviel dafür zu
geben. Die Produktion ist irgendwo gehemmt worden, und diese Ein
schränkung im Angebot einiger Dinge hat sich im Aufhören der Nachfrage
nach anderen gezeigt, da sich die Hemmung über den ganzen Rahmen
der Industrie und des Austausches ausbreitet. Nun ruht die industrielle
Pyramide unstreitig aus dem Grund und Boden. Die ersten und ur
sprünglichen Beschäftigungen, welche eine Nachfrage nach allen anderen
erzeugen, sind augenscheinlich diejenigen, welche der Natur Güter ab
gewinnen, und wir müssen, wenn wir dieser pemmung, die sich in ver
minderter Kaufkraft äußert, von einem Austauschpunkte zum anderen,
und von einer Beschäftigung zur anderen nachspüren, sie schließlich in
irgendeinem Hindernis finden, das die Arbeit abhält, sich auf den
Grund und Boden zu richten. Und dieses Hindernis ist klärlich die
spekulative Erhöhung der Rente oder des Landwertes, welche dieselben
Wirkungen verursacht wie eine Aussperrung der Arbeit und des Kapitals
seitens der Landbesitzer (was sie auch tatsächlich ist). Diese Hemmung
der Produktion, an der Grundlage des vielverzweigten Gewerbfleißes
beginnend, pflanzt sich von Austauschpunkt zu Austauschpunkt fort,
und das Aufhören des Angebotes wird zur Einstellung der Nachfrage,
bis die ganze Maschine, sozusagen, aus Rand und Band geht und
allenthalben das Schauspiel vergeudeter Arbeitskraft und notleidender
Arbeiter gewährt.
Dieses sonderbare und unnatürliche Schauspiel großer Mengen
arbeitswilliger Leute, die keine Beschäftigung finden können, ist genügend,
um jedem, der folgerecht zu denken vermag, die wahre Ursache kund zu
tun. Denn, obgleich die Gewohnheit uns dagegen abgestumpft hat,
so ist es eine sonderbare und unnatürliche Sache, daß Menschen, die zu
arbeiten wünschen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, keine Gelegenheit
dazu finden können —, da jemand, der Arbeit für Nahrung, Kleidung
oder jede andere Form von Gütern auszutauschen sucht, sintemal die
Arbeit Güter erzeugt, einem Manne gleicht, der Münze für Gold oder
Weizen für Mehl zu geben sich erbietet. Wir sprechen von dem Angebot
der Arbeit und der Nachfrage nach Arbeit, aber offenbar sind dies nur
relative Ausdrücke. Das Angebot der Arbeit ist allenthalben dasselbe —
Zwei Hände kommen stets mit einem Munde auf die Welt, einundzwanzig
Anaben auf je zwanzig Mädchen, und die Nachfrage nach Arbeit muß
stets bestehen, solange Menschen Dinge brauchen, welche die Arbeit