fullscreen: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Zeit und Stücklohn. 
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gefunden worden sind. i)ert Interessen beider Parteien gerecht zu 
werden, indem die Stücklohnsätze geyieinsam in den sogenannten 
Tarifverträgen festgesetzt werden. 
Die einfache GrunOfornr des Stücklohns ist auf 
das mannigfache variiert worden, um immer genauer 
den Lohn der Leistung anzupassen, und zwar meist so, daß der 
Lohn mit einer IN at er i a l-- oder Zeitersparnis- 
prämie kombiniert wurde. (Eine Lokomotive kann eine be 
stimmte Last über eine bestimmte Strecke mit einem genau zu be 
rechnenden Durchschnittsauiwand von Kohlen befördern. Je nach 
dem der Lokomotivheizer mehr oder weniger sorgfältig ^seine 
Maschine bedient, kann mit weniger oder mehr Kohlenaufwand 
das gleiche Ziel erreicht werden; der peizer erhält deshalb im 
ersteren Fglle eine Prämie, deren Pohe sich nach der Aohlen- 
erfparnis richtet. Dabei fahren sowohl der Heizer wie der Lisen- 
bahyunternehmer gut. (Ein mhfungsroltes und dabei unkompli 
ziertes System der Zeitersparnisprämie bat die große 
westinghoufe Electric and Manufacturing 
LompanyinPittsburg durchgeführt, die in ihrem Haupt 
werke gegen 9000 Arbeiter beschäftigt. Die Arbeiter erhalten 
Stnndenlohn, der sich nach den seweiligen besonderen Verhält 
nissen richtet, auch gegebenenfalls ohne besonderes Drängen 
des Arbeiters erhöht werden soll. Zugleich ist aber für jede 
zu leistende Arbeit eine Normalzeit festgesetzt; wird diese vom 
Arbeiter unterschritten, so erhält er 50% des ersparten Lohnes. 
Der Arbeiter ist also dabei eines seinen Leistungen entsprechenden 
Dnrchschnittslohnes gewiß, erntet aber auch die Fruchte eines 
überdurchschnittlichen Fleißes. Selbstverständlich ist die Festsetzung 
der Fristen, zumal bei dem Fortschreiten der Technik und der 
Vielseitigkeit der Fabrikation der Westinghouse Company, keine 
leichte Aufgabe; es besteht dafür ein besonderes Bureau. Im 
Jahre 1908 waren gegen 300 000 Fristen in Geltung; täglich 
kommen gegen 300 neue hinzu. 
Diese Feststellung von Normalfristen ist in amerikanischen Be 
trieben weit verbreitet; sie wird imürer mehr zur höhe einer Kunst 
erhoben. Den Gipfel dieser Kunst stellt augenblicklich wohl das 
Taylorsystem dar, das. seinen Namen von dem Ingenieur 
Fred. M. Taylor führt, der auch in der Technik als Erfinder 
des Schnellarbeitsstahls bekannt geworden" ist. Taylor ging von 
dem Gedanken einer möglichst rationellen Ausnutzung aller pro-
	        
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