Vorwort.
„Wert und Kapitalprofit“ ist 1916 zum ersten Mal heraus-
gekommen. Da sich meine Hoffnung nicht erfüllte, daß die von
mir zur Diskussion aufgeforderte Grenznutzenschule sich mit der
objektivistischen Wertlehre auseinandersetzen würde, die hier in
neuer, und, wie ich behauptete, keinen Einwänden mehr ausgesetzter
Form vorgetragen wurde, habe ich die zweite Auflage (1922) in
völlig unveränderter Form erscheinen lassen. Ich habe dann das
Buch zum größten Teile in die fünfte Auflage meiner „Theorie der
reinen und politischen Ökonomie“ hineingearbeitet und hatte die
Absicht, es nicht mehr erscheinen zu lassen.
Seitdem hat sich ein Mann, der zwar kein '©orthodoxer Ver-
treter der Grenznutzenschule, aber ein ihr nahestehender angesehener
Fachmann ist: Alfred Amonn, mit meiner Auffassung beschäftigt *).
Daran hat sich eine Diskussion geknüpft ?), die fortgesetzt werden
wird®). Schon jetzt hat sie zu weitgehender Einigung geführt und
das Gebiet des Meinungsstreits stark eingeengt. Was mich betrifft,
so habe ich daraus namentlich zweierlei gelernt: erstens, daß ich
meine Theorie mit Erörterungen belastet hatte, die jedenfalls über-
flüssig, wenn nicht verdächtig waren; es handelt sich um die be-
rühmten „Eierschalen“, die fast jede neue Theorie noch von ihrem
Werdegange her mitschleppt: um Reste veralteter Problemstellungen
und überlebter Hilfskonstruktionen. Und zweitens: daß die Methode
der Deduktion, wie unsere Klassiker sie übten, noch viel mehr ver-
schüttet worden ist, als ich bisher annahm.
Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, unter dem
alten Titel ein fast durchaus neues Buch herauszubringen. Es
ı) Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik, neue Folge, Bd. IV, S. ı(f.
2) Ebenda, Bd. V, S. 109ff,
3) Meine Duplik und Amonns Antwort darauf (in Zukunft bezeichnet als
„Amonn II“) liegen mir bereits in Korrekturfahnen vor. Ich spreche dem Verfasser
wie der Redaktion dafür meinen Dank aus.