Vorwort.
Wenn auch die bisherigen Forschungsergebnisse nicht ausreichen,
eine vollständige Schilderung der antiken Wirtschaft zu geben, so
ist es doch schon möglich, die wichtigsten Typen der wirtschaftlichen
Organisationen, die das Altertum hervorgebracht hat, in Umrissen
zu skizzieren. Die neuere Literatur zu zitieren, habe ich unter
lassen, da ich dann Abweichungen hätte begründen und den ohne
hin beschränkten Raum noch weiter hätte verkürzen müssen. Hin
gegen habe ich manches durch Stellen aus den alten Autoren, die
vielen Lesern leicht zugänglich sind, belegt und hoffe, so dazu bei
tragen zu können, daß man den alten Autoren in weiteren Kreisen
mehr Aufmerksamkeit schenkt, als dies vielfach üblich ist, woran
unsere Schulen nicht an letzter Stelle die Schuld tragen. Ich habe es
im allgemeinen vermieden, Kontroversen zu berühren, und lieber
manchmal eine etwas verschwommene Ausdrucksweise gewählt oder
gewisse Punkte gar nicht erwähnt. Hingegen habe ich mich nicht
gescheut, eine bestimmte Meinung auszusprechen, wenn mir dieselbe
als die richtige erschien, ohne die gegenstehende zu erwähnen, da
ich in der vorliegenden Darstellung in erster Linie ein einheit
liches Bild geben wollte.
Um meine Darstellung nicht zu sehr mit Details zu belasten,
habe ich typische Staaten und Institutionen etwas ausführlicher
behandelt, anderes dafür ganz weggelassen. Das Gesamtbild der
Wirtschaftsverhältnisse — und ein solches zu geben, warmein
Ziel — wird dadurch wenig verschoben, und wer Einblick in die
Staatenbeziehungen gewinnen will, wird sich an andere Bücher
wenden.
Das eigentliche Thema wird in Kapitel III bis VII behandelt,
während die ersten beiden Kapitel und das VIII. Kapitel als Er
gänzung anzusehen sind, die ich nicht immer in derselben Weise
vorwiegend quellenmäßig behandelt habe.
Die Einleitung kann ohne weiteren Schaden für die Lektüre
überschlagen werden. Gewisse Materien, so metrologische, habe ich
ganz ausgeschaltet. Wenn wir auch die ausgezeichneten Unter-