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Weigert.
Bruchtheile Bei ven Diamantschneidern. Wo der Procentsatz hoch ist, kann
die vermehrte Anstrengung der Arbeiter den Geschäftsgewinn leicht wesentlich
erhöhen, um so mehr, wenn das Unternehmen selbst einfacher Natur, der Ab
satz auf gewisse Kreise beschränkt und regelmäßig ist. Solche Unternehmungen,
deren Zahl jedoch nicht sehr bedeutend ist, dürften ihrer innern Natur nach sich
noch am ehesten für industrial partnerships eignen, obgleich ick auch hier
der Ansicht bin, daß die Thätigkeit der Arbeiter besser durch andere Mittel
gefördert werden dürfte. Und ich frage mich, welchen Arbeiterstand hat man
denn im Auge! Ist es ein fleißiger, sittlicher, — nun so wird er, wenn er
aus freiem Willen einen Arbeitscontract eingeht, sich bestreben, seine Schuldig
keit nach besten Kräften zu thun, er wird die Heiligkeit des Vertrages er
kennen, und sich der Erfüllung der übernommenen Pflichten befleißigen, ohne
am Unternehmer-Gewinn betheiligt zu sein; — ist er aber ein träger, bös
williger, wie kann man dem Unternehmer zumuthen, ihn zu seinem Genossen,
zum Theilhaber an seinem Eigenthum und Gewinn zu machen -
Die Theilnahme am Unternehmer-Gewinn erscheint mir aber auch keine
sittlichen günstigen Folgen für den Arbeiter zu versprechen. Sie erfüllt ihn,
wenn auch mit Streben, so doch mit Streben nach einem Nutzen, auf dessen
Verwirklichung er in den meisten Fällen keinen oder nur sehr geringen Ein
fluß hat; — wie der Spieler durch Zahlung seines Einsatzes Antheil an
den Chancen der Lotterie gewinnt, ohne selbst in dieselben eingreifen zu
können. Ein solches Streben ist kein gesundes: es fühlt sich durch den Ge
winn erfreut, aber nicht gehoben, durch den Verlust verletzt und verstimmt;
Beiden stand es bestimmungslos gegenüber. Allerdings ist es die Aufgabe
einsichtiger und humaner Männer, den Arbeiter herauszureißen aus der Le
thargie, in die ihn geistlose und mechanische Beschäftigung so leicht versetzt, Streben
nach sittlichem, geistigem und materiellem Fortschritt in ihm zu erwecken,
seinen stanäarä ok life durch Entwickelung größerer Ansprüche und Ermög
lichung der Verwirklichung derselben zu erhöhen. Aber nicht durch Be
theiligung am Unternehmer-Gewinn halte ich dies für möglich. Denken wir
uns zwei Arbeiter des nämlichen Gewerbes, beide gleich tüchtig und thätig,
den einen von einem fähigen Unternehmer geleitet, welcher die Conjunctur
benutzend, die günstigsten Einkäufe des Rohmaterials ausführt, Artikel fertigen
läßt, welche begehrt sind und für die er die besten Absatzquellen aufsucht; —
den anderen von seinem Fabrikherrn mit der Herstellung von Gegenständen
beschäftigt, welche wenig beliebt sind, für die jener theueres Rohmaterial ge
kauft hat und deren Absatz schwierig ist; — diesem wird die industrial
partnership am Jahresschluß keine Dividende abwerfen, während jener
reichlichen Nutzen einstreicht! Das ist Ungerechtigkeit und nicht die Quelle
sittlicher Erhebung, sondern im Gegentheil die Ursache erhöhter Unzu
friedenheit.
Noch schlimmer gestaltet sich die Sache, wenn für die Arbeiter sogar
die Theilnahme am Eigenthum der Fabriken gewünscht wird, wenn sie ver
anlaßt werden, ihre ersparten Summen in dem Unternehmen, welches sie be
schäftigt, anzulegen und hierdurch zweifach an den Chancen desselben in-