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voraus. Es mußte daher in allen denjenigen Staaten, welche ein Salzmonopol
besaßen, die Aufhebung desselben erfolgen.
Betrachtet man rückblickend die Ergebnisse des Württembergischen Salzhan
delsmonopols in der langen Dauer seines Bestehens, so darf wohl gesagt wer
den, daß das Handelsmonopol volkswirtschaftlich seinen Zweck erfüllt hat und
zwar sowohl als Finanzquelle des Staates, wie auch als Förderer landwirt
schaftlicher und industrieller Interessen. Die der Landwirtschaft und der Industrie
gewährten billigen Salzpreise bezeugen das.
Aus den letzten Jahrzehnten ist bezüglich der Organisation des Salzhandels
nichts besonderes Charakteristisches zu berichten, als daß er sich nach modernen
kaufmännischen Grundsätzen regelte. Wir geben nunmehr über den Salzhandel
Württembergs nachstehend einige statistische Uebersichten:
(S. die Tabelle auf S. 45.)
Allgemein ist aus der vorstehenden Uebersicht zu entnehmen, daß der Handel
mit Steinsalz weitaus die bedeutendste Stellung einnimmt. Für den Absatz würt-
tembergischen Kochsalzes kommt Württemberg selbst in erster Linie in Frage.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich hier eine stete Zunahme im Absatz
gezeigt. Die nächstbedeutenden Abnehmer württembergischen Kochsalzes sind
Preußen, wo wieder das Rheinland am stärksten Württembcrger Kochsalz bezieht,
nach Preußen folgt dann Bayern. Das Großherzogtnm Hessen steht nach der
preußischen Provinz Hessen-Nassau an vierter Stelle. Anders der Absatz von
Steinsalz. Hier steht Preußen als Abnehmer des württembergischen Steinsalzes
mit durchschnittlich jährlich 1^/2 Millionen Doppelzentner weitaus an erster Stelle.
Hierbei ist die Rheinprovinz allein mit durchschnittlich 1 Million Doppelzentner
Steinsalz jährlich beteiligt, während der Rest in der Hauptsache auf die preußische
Provinz Hessen-Nassau entfällt. Auch Bayern bezieht wesentlich mehr Steinsalz
von Württemberg als dieses selbst verbraucht. In den letzten Jahren ist das
Großherzogtum Baden zu einem bedeutenden.Abnehmer des württembergischen
Steinsalzes aufgerückt. Einer der Hauptabnehmer dürfte hier in der chemischen
Großindustrie Badens zu Mannheim zu suchen sein. Für die Steinsalzausfuhr
Württembergs kommen hauptsächlich zwei Länder in Frage, Niederland und Bel
gien, die in den letzten Jahren durchschnittlich 30 000 t bezogen. Abnehmer
sind auch hier fast ausschließlich chemische Fabriken, die übrigens teilweise schon
seit vielen Jahrzehnten ihren Bedarf in Württemberg von dem Steinsalz-Berg
werk Friedrichshall decken. Die Hauptursache dieses Bezugs liegt wohl in der
sehr billigen Wasserfracht, da diese holländischen und belgischen Abnehmer das
Steinsalz fast ausschließlich unter Benutzung der Neckar- und Rheinschiffahrt
beziehen.
Auch aus der beifolgenden „Statistik des Güter-Austausches zwischen dem
Eisenbahnverkehrsbezirk 35 (Königreich Württemberg) und den übrigen deutschen
und ausländischen Verkehrsbczirken" läßt sich die erhebliche Entwicklung der
württembergischen Salz-Ausfuhr entnehmen. Dagegen ist die Salz-Einfuhr nach
Württemberg, wenn sich auch eine steigende Tendenz bemerkbar macht, unerheblich.
(S. die Tabelle auf S. 46.)
Von größter wirtschaftlicher Bedeutung für den Steinsalzhandel Württem
bergs ist der Frachtweg auf Neckar und Rhein, worauf wir schon bei der Salz
ausfuhr nach Belgien und Holland hinwiesen. Der von Württemberg geplante
Ausbau des Neckars zu einer erweiterten Wasserstraße würde diese Bedeutung