Contents: Lexikon der Handelsgeographie

112 Dänemark (Bergbau, Forstw 
3 Mill. Mk.. 1875 auf 2,5 Mill. Ml., 
wovon etwa die Hälfte ausgeführt wird, 
bestehend in Torstsch, Klippfisch, rohem 
Fisch, Rogeil, Dorschschwimmblasc und 
Thran. — Island führte 1874 für 1,9, 
1875 für 1,2 Mill. Mk. Klippfisch, gedarr 
ten Fisch, Rogen, Thran und Lachs ans, 
außerdem etwa 100 Tonnen Heringe. 
Bergbau wird in D. nur im allerge 
ringsten Maß betrieben: Steinkohle auf 
Bornholm, Braunkohle in Jütland und 
auf den Inseln, auch in Island; doch be 
streitet die Produktion nur den Bedarf der 
nächsten Umgebung. Kalk ist reichlich vor 
handen, aber Salz, Salpeter, Steine aller 
Art müssen in Menge eingeführt werden. 
Metalle finden sich gar nicht. Der Handel 
betrug 1878 (in Tausenden Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Rohmetalle. . . 2623 129 
Steinkohle . . .10069 1085 
Steine . . . . 3769 591 
Zusammen: 16461 1805 
Der Wert der Einfuhr zeigt einen von 
Jahr zu Jahr ununterbrochenen Rück 
gang. Steinkohlen kommen ausschließlich, 
'Rohmetalle vornehmlich alls England. 
F o r st w i r t s ch a f t kann in einem 
Land, wo der Anteil der Forste nur 4,6 
Proz. der Bodenfläche beträgt, in ausgc- 
dehntenl Maß nicht getrieben werden; doch 
lvidmct man der Waldkiütur große Auf- 
merksamkeit. Eigentlich bewaldet sind nur 
dieJnseln und der Osten vonJütland.und 
unter den Waldbäumen nimmt die Buche 
die erste Stelle ein, dann Eiche, Birke, Erle ; 
Nadelhölzer sind erst in neuerer Zeit ange 
pflanzt worden. Daher ist die Einfuhr von 
Nutz- und Brennholz eine sehr starke, vor 
nehmlich aus Schweden, demnächst aus 
Norwegen, Rußland, Deutschland. Dage 
gen nimmt der Export inländischer Tisch 
lerarbeit, die besonders aus Kopenhagen 
nach Preußen, England und Schweden 
geht, immer größere Dimensionen an. 
Aber bei Hölzern zeigt sich, wie bei Metal 
len, ein fortwährender Rückgang. 1878 er 
gab der Holzhandel (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Bretter unì» Holz . . 10,si 0,»2 
Holzwaren 1,59 2,91 
Zusammen: 12,io 3,2» 
Wirtschaft, Industrie, Handel). 
Industrie und Handel. 
In Rücksicht auf Industrie nimmt 
D. eine sehr untergeordnete Stellung ein. 
Es herrscht hier seit 1862 allgemeine Ge- 
werbcfreiheit, so daß die Züilfte nur als 
freiwillige Vereine fortbestehen. Als ein 
Förderungsmittel der Industrie besteht 
der Jndustricverein zu Kopenhagen. Ei 
senwaren und Maschinen werden in Ko 
penhagen, Frcdcrikövärk (Seeland) unb 
Odense fabriziert. Porzellan wird in Ko 
penhagen, Fayence und Terrakotten ebenda 
und in Rönne hergestellt. Die vier Glas 
fabriken beschränken sich aus die Erzeugung 
ordinärer und mittelfeiner Ware; fabrik 
mäßige Gerberei betreibt Kopenhagen. 
Wie wenig aber diese Industrien den Be 
darf zu decken vermögen, zeigt folgende 
Tabelle für 1878 (in Millionen Marks- 
Einfuhr Ausfuhr 
Manufatte aus Baumwolle, 
Flachs. Hanf 12,5 1,4 
Manufatte aus Seide .... 5,» 0,4 
Manufatte aus Wolle u. Haaren 15,8 2,2 
Metallwareu 13,4 1,4 
Zusammen: 46,« 5,4 
Manufakturwaren voll Baumwolle, 
Flachs und Hanf kommen hauptsächlich 
aus England und Deutschlaild, solche 
von Seide und Wolle vorzugsweise aus 
Deutschland, dann ans England; Metall 
waren liefert Deutschland, besonders die 
feinern Sorten, dann England. 
Der Handel des Landes zeigt in den 
letzten fünf Jahren nicht sowohl in der 
Menge der ein- unb ausgeführten Artikel 
alö vielmehr in dem Wertbetrag derselben, 
resultierend aus den niedrigen Marktprei 
sen, einen erheblichen Rückgang. Die Eiil 
fuhr betrug 1874: 2611 Mill., 1878: 
2621 Mill, dänische Pfund, die Ausfuhr 
966, resp. 1019 Mill. Pfd. Die Wertbe- 
träge waren (in Millioneil Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
1874: 260,82 201,49 
1875: 255,5« 192,75 
1876: 256,87 202,38 
1877: 252,46 184,02 
1878: 213,25 171,58 
Die Ein - und Ausfuhr von Geld und 
Edelmetall ist hierin nicht eingeschlossen. 
Nach offiziellen Angaben betrug dieselbe 
(in Millionen Mark):
	        
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