Object: Fortschritt und Armut

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Das Heilmittel. 
Buch VI. 
ist, erfährt seinen Konkurrenter: gegenüber einen Vorteil oder Nachteil, 
bis die Bewegung sich auch auf sie erstreckt. Insofern jedoch die Ände 
rung des Lohns durch die Änderung der relativen Produktionskosten 
seine Kontrakte oder Vorräte berührt, so kann es für ihn ein wirklicher 
Gewinn oder Verlust sein, obgleich dieser Gewinn oder Verlust lediglich 
relativ ist und verschwindet, wenn das ganze Gemeinwesen in Betracht 
kommt. Und wenn die Lohnveränderung einen Wechsel in der relativen 
Nachfrage herbeiführt, so kann sie den Gewinn des in Maschinen, Ge 
bäuden oder sonstwie festgelegten Kapitals größer oder geringer machen. 
Allein darin stellt sich bald ein neues Gleichgewicht her, denn namentlich 
in einem fortschreitenden Lande ist das fixe Kapital nur etwas weniger 
mobil als das umlaufende. Ist zu wenig in einer gewissen Form vor 
handen, so bringt die Tendenz des Kapitals, jene Form anzunehmen, 
sie bald auf die erforderliche pöhe; ist dagegen zu viel vorhanden, so 
stellt das Aufhören der Zunahme bald das Niveau wieder her. 
Während aber eine Änderung in dem Lohnsätze einer besonderen 
Beschäftigung eine Änderung in der relativen Nachfrage nach Arbeits 
kräften herbeiführen kann, vermag sie keine Änderung in der Gesamt 
nachfrage hervorzubringen. Nehmen wir z. B. an, eine Arbeiterkoalition 
in einem besonderen Geschäftszweige erhöhe in einem Lande den Lohn, 
während eine Koalition von Arbeitgebern in demselben Fabrikations 
zweige eines anderen Landes den Lohn herabsetze. Ist die Veränderung 
groß genug, so wird jetzt die Nachfrage oder ein Teil der Nachfrage in 
dem ersteren Lande durch den Import des betreffenden Fabrikates aus 
dent anderen gedeckt werden. Offenbar aber muß diese Zunahme von 
Einfuhren einer besonderen Art entweder eine entsprechende Abnahme 
von Einfuhren anderer Art oder eine entsprechende Zunahme der Aus 
fuhren notwendig machen. Denn nur für das Produkt seiner Arbeit 
und seines Kapitals kann ein Land das Produkt der Arbeit und des 
Kapitals eines anderen verlangen oder im Austausch erhalten. Die 
Ansicht, daß die Ermäßigung der Löhne die Geschäfte eines Landes ver 
mehren oder die Erhöhung derselben diese Geschäfte vermindern könne, 
ist ebenso grundlos wie die Ansicht, daß die Wohlfahrt eines Landes 
durch Einfuhrzölle gehoben oder durch die Beseitigung von Handels 
beschränkungen vermindert werden könne. Würden alle Löhne in einem 
besonderen Lande verdoppelt, so würde dasselbe dennoch dieselben 
Dinge und ebensoviel davon importieren und exportieren, denn der 
Austausch wird nicht durch die absoluten, sondern durch die relativen 
Produktionskosten bestimmt. Würden hingegen die Löhne in einigen 
Produktionszweigen verdoppelt und in anderen nicht erhöht, oder nicht 
um so viel erhöht, dann würde zwar eine Änderung in dem Verhältnis 
der verschiedenen Einfuhren eintreten, aber keine Änderung in dem Ver 
hältnis zwischen Ausfuhr und Einfuhr. 
Während die meisten der gegen die Koalitionen von Arbeitern 
behufs Lohnerhöhung gemachten Einwürfe somit grundlos find, während
	        
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