473
klasse gestanden hat, und daraus durch direkte Aufzählung die ge-
samte in jeder durchlebte Zeit finden. Diese Methode ist allerdings
die genaueste; sie wird jedoch bei sehr großem Material beschwer-
lich; man wird in solchen Fällen, analog der Berechnung der
Momente eines Verteilungsgesetzes (vgl. z. B. $ 178), vorziehen, die
in die durchlebte Zeit eingehenden Addenden in gewisse Größen-
Klassen zu gliedern, aus welcher Verteilung sich dann die Größe von T
mit Annäherung berechnen läßt. Oft wird gerade das Material nicht
durch Individualdaten, sondern dadurch gegeben sein, daß man die
Verteilung der Sterbefälle nach Hauptgruppen und zu einem oder
mehreren Zeitpunkten die Altersgliederung der Bevölkerung, aus
denen die Sterbefälle hervorgegangen sind, kennt. Welcher An-
näherungsgrad sich dann erzielen läßt, das beruht auf den supp-
lierenden Voraussetzungen, deren man sich bedienen kann; eine
figürliche Darstellung kann hier, wie früher betont, oft den Weg
zeigen.
Wenn das Material in einer solchen Form gegeben ist, daß es
mit Hilfe der im $ 295 entwickelten Sätze über den Zusammenhang
zwischen der Größe von Hauptgruppen Lebender und Toter möglich
ist, die Volkszahl der Altersklassen für eine Reihe von verschiedenen
Zeitpunkten innerhalb der Beobachtungsperiode zu berechnen, dann
kann man auch die im $ 236 erwähnte Methode zur annähernden
Berechnung der von Personen der Altersklasse in der Beobachtungs-
zeit durchlebten Zeit benutzen. Kann man mit hinlänglicher Ge-
nauigkeit die Volkszahl der Altersklasse als mit der Zeit linear
varlierend betrachten, so läßt sich speziell der Durchschnitt der
Volkszahl der Altersklasse zu Anfang und Schluß der Periode oder
die Volkszahl der Altersklasse in der Mitte der Periode als Ausdruck
für die mittlere Volkszahl der Altersklasse, aus der man dann un-
mittelbar die durchlebte Zeit finden kann, betrachten. Ein Beispiel
hierfür ist die Berechnung einer Sterbetafel aus dem Durchschnitt
der Sterbefälle in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren und
der Volkszahl bei der Jahreswende. Bei mehreren der älteren
dänischen Tafeln fand man die durchlebte Zeit gerade unter der
Voraussetzung eines gleichmäßigen (linearen) Zuwachses; und die
Berechnung der englischen Tafeln fußt auf einer linearen Inter-
polation an den Logarithmen der Volkszahlen.
Aufgabe 102. In den Jahren 1909 bis 1912 (inel.) starben in Dänemark
;n den unten angeführten Altersklassen folgende bisher unverbeiratete (U), ver-
heiratete (V) und ehemals verheiratete (E) Frauen -