Metadata: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
für das Handeln selber nötig wird, spricht man mit dem Worte Recht aus. 
Dieser Antrieb steigert sich mit jeder Stufe der Rechtsentwicklung, schon 
vom freilebenden zum kodifizierten Recht; und auf der dritten Stufe entführt 
er das Denken bis in die Höhe von „Begriffen“, über die Welt des Handelns, 
die unübertrefflich wären, wenn sie nicht, in irgendeinem Sinne immer, 
zwischen sich und der Wirklichkeit die wortgefesselteSatzung hätten. 
Es ist keine tröstliche Einsicht, aber hier ist jedenfalls ein Wurzelpunkt 
nationalökonomischer Erkenntnis anzunehmen, und die Tatsachen sagen Ja. 
Weil aber das menschliche Handeln ein gar so merkwürdig Ding ist, 
das sich vor seiner eigenen Wirklichkeit beschauen kann, so begreift man 
abermals im voraus, daß immer noch früher als das starre Sein der verwirk 
lichten Handlungen — und noch dazu von seiner nüchternsten Seite her —- 
das bewegliche Sollen des Handelns dem Nachdenken verfällt. Die Theoreme, 
die von da her, von Moral und Ethik, in die Nationalökonomie hinein 
schatten, haben nur leider wieder ihr gutes Recht darauf, daß sie die Wirk 
lichkeit nicht zur Mutter brauchen, weil sie den Wunsch nach dem Guten 
und Sittlichen schon zum Vater haben. Dieser Wunsch aber, wie er von 
Satzung ausgeht, kehrt zu Satzung auch zurück, die als solche eben am 
Worte hängt. 
So nebenher wird es hier fühlbar, wie sich gegen diese arme Erfahrungs 
wissenschaft förmlich Alles verschwört, um ihr Denken dem Worte 
botmäßig zu machen; im Geiste jenes Schemas „Wort — Erfahrung — 
Begriff“, von dem ich später andeuten will, wie es (scholastisch) die Eigenart 
eines Denkens beirrt, dem als erfahrungswissenschaftlichen Denken nur das 
Schema „Erfahrung — Begriff — Wort“ geziemt. In dieser Richtung wirkt 
schon der Umstand, daß der Nationalökonomie, und mehr als jeder anderen 
Wissenschaft, jenes vorwissenschaftliche Denken vorgreift, das auch immer 
das außerwissenschaftliche bleiben wird, und das, weil es mit der Sprache 
zusammen grün aufwächst, ihren Worten und Wendungen verhaftet bleibt. 
(Diesem Vorgriff dankt ja die Nationalökonomie ihre Eingeborenen Fach 
ausdrücke.) Die Kunstsprache der „Klassiker“ trägt auch ihr Scherflein 
dazu bei. Und nun zeigt es sich, daß der Werdegang der Nationalökonomie 
seinen Umweg über Wissenschaften nimmt, für die das Verhältnis des Wortes 
zum Denken so ziemlich im Gegensatz dazu steht, wie es für eine Erfahrungs 
wissenschaft zu gelten hätte. 
Im Augenblicke sind nur diese Umwege über ältere Wissenschaften von 
aktuellem Interesse, in einer sehr äußerlichen Hinsicht. Sie sind es eben, 
die jenes grundsätzliche Verhältnis verschleiern, an das sich die laufende 
Erörterung halten muß, will sie ihrem Gegenstand überhaupt beikommen. 
Soll nun z. B. erwogen werden, wie die Wissenschaft auf gewisse Worte 
aufmerksam wurde, dann darf es gleich nicht beirren, wenn sich dieser Vor-
	        
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