fullscreen : Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

5 III. Sonstige Molybdänvorkommen Rußlands 89
Suozero im Kreise Kem’ des Gouvernements Archangelsk, der er
praktische Bedeutung zuspricht.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Molybdänlagerstätten
 und die Stellung der russischen
Lagerstätten.
Der große Bedarf an Molybdänerzen hat namentlich während
der Kriegsjahre einen regen Bergbau hervorgerufen, mit einer
Höchstförderung im Jahre 1918. Die Weltproduktion der Vorkriegszeit
 wird auf höchstens 300 t Mo S, geschätzt, von denen
1912 Queensland 102,3 t und Neu-Süd-Wales 55,55 t stellten.
1913 entfielen auf diesen Staat 78,8 t, wogegen jener eine Förderung
 von 66 t aufzuweisen hatte. Somit lieferte Australien
etwa die Hälfte der Weltausbeute; dazu kamen noch Schweden
und Norwegen mit durchschnittlich 25—40 t jährlich. Während
des Krieges setzte eine vollkommene Verschiebung der Verhältnisse
 ein. Das Schwergewicht verlegte sich nach Nordamerika,
vornehmlich den Vereinigten Staaten, die sich die Führung der
Weltförderung aneigneten. Der plötzliche Kriegsschluß und die
während der Hochkonjunktur angereicherten Erzvorräte brachten
den dortigen Bergbau vollkommen zum Erliegen, trotz einer in
den letzten Jahren gegenüber der Vorkriegszeit reichlichen Nachfrage.
 Da erst 1924 ein Verbrauch der Reserven vorauszusehen
war, mußten die mit modern ausgerüsteten Aufbereitungsanlagen
versehenen amerikanischen Gruben ihre Betriebe bis zum heutigen
Tage stillegen. Auch in den anderen Ländern ging der nach dem
Kriege zuerst schnell aufblühende Bergbau beträchtlich zurück
und erst heute, bei der scheinbaren wirtschaftlichen Stabilisierung
haben die alten Förderzentren und Weltmarktlieferanten Australiens
 und Skandinaviens die Führung wieder an sich gerissen,
obgleich sie, namentlich jenes Land, bedeutend hinter der Friedensförderung
 zurückstehen. Normale Verhältnisse in diesem Zweige
des Bergbaues dürften erst nach einem vollkommenen Verbrauch
der reichen, seit dem Kriege aufgespeicherten Vorräte eintreten.
Untenstehende der „The Mineral Industry“. Vol. XXXII für
1923. S. 454 entnommene Tabelle veranschaulicht dieses in vorzüglicher
 Weise.
            
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