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Losschlagen großer Warenvorräte zu Schleuderpreisen. Der Im letz
ten Quartal einsetzende Preissturz von Zinn und Kautschuk, der ein
überwiegen der Einfuhr über die Ausfuhr herbeiführtc, wirkte im
Verein mit den hohen Geldsätzen in Europa auf den Wechselkurs,
Hierzu kam der niedrige Silberpreis, die Ungewißheit über die Ab
sichten der niederländisch-indischen Regierung mit Bezug auf die in
Sumatra in großen Beträgen in Umlauf befindlichen Straits-Dollars
und schließlich die in Singapur selbst infolge der Auszahlung des
Kaufpreises für eine große Dockanlage in Umlauf gesetzten Geld
beträge,
Im Oktober 1907 sah sich die Regierung veranlaßt, hel
fend einzuspringen, indem sie telegraphische Überweisungen
auf London zu 2/3 3 / 4 ausgab, die später auf 2/3 11 / 16 herab
gesetzt wurden; außerdem gab sie Gold gegen Silber her.
So kam es, daß gegen Ende des Jahres die Banken
487 000 £ in Überweisungen und 335 000 £ in Gold aufge
nommen hatten. Die dadurch herbeigeführte Verminderung
des Umlaufs besserte den Kurs gegen Ende des Jahres um
ein geringes. Im ganzen ließ der Handel in den Straits im
ersten Vierteljahr 1908 gegen den gleichen Zeitraum 1907
um 12,4 Mill, $ nach. Der Singapurer Aktienmarkt zeigte
den gleichen Niedergang. Am 27. Juni 1907 war der Durch
schnittskurs für die 26 dort notierten Zinn-Minen 12,43 $
pro Aktie, am 25, Juni 1908 6,70 $.
Auch das Jahr 1908 war wirtschaftlich außergewöhnlich ungün
stig. Niedrigere Produktenpreise, Verlust von Frachten, verminderte
Kaufkraft und große Vorräte von Einfuhrwaren ließen ein Geschäft
nicht aufkommen. Erst das Jahr 1909 brachte dann für die Kolonie
die Besserung, Der Produktenhandel gestaltete sich bei guten Prei
sen lebhaft und war nur zeitweise etwas eingeschränkt durch man
gelnde Tonnage für „schmutzige Frachten' 1 , wie Kopra, Gambir, Jelu-
tong-Öl. Auch die Lage des Einfuhrmarktes war gesund, und die Um
sätze in „rough goods", namentlich Bedarf für Kautschukplantagen
und in „piece goods" zeigten einen großen Aufschwung. Dazu kam
Kapitalzufluß zur Anlage zahlreicher Kautschukplantagen.
Für 1910 liegen Berichte nicht vor; ein Zusammenhang
mit dem Wechselkurs wäre daraus auch nicht zu erwarten,
da durch die erwähnten Kapitalinvestierungen der Kurs fast
das ganze Jahr hindurch auf der gleichen Höhe gehalten
wurde.
Im großen und ganzen stimmen diese Berichte mit dem
allgemeinen Kursniveau, wie es auf Seite 64 dargestellt