Full text: Leben und Lehre des Buddha

Die Kasten und der Orden. 
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Vollendete verkündigt hat, aus der Heimat in die Heimatlosigkeit 
gehen, den alten Namen und das alte Geschlecht und erhalten nur 
den einen Namen „Asketen, die dem 8äkyasohne anhängen (Pali: 
samanä Sakyaputtiyä)". In Wirklichkeit war der Kreis seiner 
nächsten Jünger vorwiegend aus den oberen Ständen zusammen 
gesetzt. Lnanäa und Devadatta waren aus seinem eigenen Ge 
schlechte, also Adlige. Adlig war auch Anuruddha. Säriputra 
und Maudgalyäyana waren Brahmanen, Kabula Buddhas 
eigener Sohn. Aber daß Buddha keinen Unterschied machte, ist 
gewiß. üpali war Barbier. Unter den Ltllaviras (Pali Pllsra), 
„den Ältesten", von denen uns Verse erhalten sind, die schon er 
wähnten Pllsragätbäs, erscheint Anguliiuäla, der gefürchtete 
Räuber. Der Sthavira Sunita sagt dort von sich: „Aus niedrigem 
Geschlechte bin ich geboren, arm und dürftig. Niedrig war meine 
Beschäftigung; ich räumte (verwelkte) Blumen aus (den Tempeln). 
Ich war verachtet von den Menschen, gering angesehen und ge 
scholten. Demütig verbeugte ich mich vor vielen Menschen." 
Buddha nahm ihn in den Orden auf, und Sunxta erlangte durch 
Eifer die Erlösung. Da sprach Buddha zu ihm: „Durch heilige 
Glut und durch keuschen Wandel, durch Bezähmung und Selbst 
bezwingung, dadurch wird man zum Brahmanen; das ist das 
höchste Brahmanentum." Der Sthavira Svapäka (PaliSopäka) 
gehörte, seinem Namen „Hundekoch" nach zu schließen, vermutlich 
dem allerverachtetsten Stande derer an, die für die Hunde kochten. 
Der Mönch 8vati war Fischer, N anda Kuhhirt gewesen. Ebenso 
bunt war die Gesellschaft der weiblichen Ältesten, der Sthavins 
(Pali Iherx). Vimala war die Tochter einer Hetäre und hatte 
versucht, den Maudgalyäyana zu verführen. Ambapalx war 
selbst Hetäre gewesen; Puma war die Tochter einer Haussklavin des 
Anathapindika, Cäpä die Tochter eines Jägers, dessen Stand in 
Indien für unrein galt, andere stammten aus armen Familien. 
Buddha und seine Jünger sahen es gern, wenn junge Leute aus 
vornehmen und reichen Häusern in den Orden traten, weil das diesem 
zu Ansehen und Nutzen gereichte. Aber im Orden selbst gab es keinen 
Unterschied des Standes mehr. Es heißt: „Wenn aus diesen vier 
Kasten einer ein Mönch wird, ein Heiliger wird, die Betörung zer 
stört hat, vollkommen und vollendet ist, die Last abgelegt hat, die 
das Haften an der Welt dem Menschen aufladet, seinen Zweck er 
reicht hat, jedes Band mit dem Dasein gelöst hat und durch voll 
kommene Erkenntnis erlöst ist, dann ist er allen übergeordnet
	        
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