Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Paley.

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Theologie‘ entspringe der Wunsch nach weiterer Belehrung
und die Betrachtung der Natur liefere sogar directe Mittel
zur Stärkung des Glaubens an einzelne Lehren der Offenbarung,
 wie z. B. die Auferstehung nach dem Tode durch die
Analogie mit der Entwicklung des Schmetterlings aus der
Larve unterstützt werde.
Doch es ist nicht die Aufgabe jenes Werks, das positive
Christenthum zu beweisen. Es wird nur die Existenz eines
Gottes bewiesen. Dass Religion und Gottesglaube im tiefsten
Innern unseres Gefühls ihre Wurzel haben müssen, dass lebendiger
 innerer Glaube und objeetiver wissenschaftlicher Beweis
sich gegenseitig ausschliessen, dass durch ein voraussetzungsloses
 Betrachten der Natur mit dem Auge der kritischen Vernunft
 allein nie die Religion den Menschen näher gebracht,
sondern höchstens die Tendenz, sich bei gewissen Dogmen zu
beruhigen, erzeugt werden kann — das Alles sind Paley unbekannte
 Dinge.
Uebrigens ist die Theorie von dem Uhrmacher des grossen
Weltuhrwerks Etwas, worin sich ein prosaisch forschender
Geist ohne weitere Inconsequenzen versenken kann, wenn er
eben nur die philosophische Zulässigkeit des Gottesbegriffs
und nicht Religion lehren will. In den Evidences of Christianity
unternimmt Paley die schwierigere, ja im Grunde ganz unmögliche
 Aufgabe, das Christenthum seinem ganzen Inhalte
nach als wahr auf rationalistischem Wege beweisen zu wollen, —
ein Versuch, der ‚nothwendig mit einer höchst traurigen Verkümmerung
 des Inhalts des Christenthums endigt.
Paley hält es zunächst (Hume gegenüber) für wahrscheinlich,
 dass Gott die Menschen durch Wunder und Offenbarung
belehrt hat, nachdem er sie einmal geschaffen und zu ewigem
Leben bestimmt hat. Die überlieferten Wunder sind also zunächst
 nicht unglaublich. Dass sie aber auch wirklich wahr
sind, das folgt zumeist aus der Entstehung und Ausbreitung
des Christenthums trotz aller äusseren Schwierigkeiten. Die
wunderbare Wirkung weist also auf eine wunderbare Ursache
hin. Dass dieser Grund, der auf jede andere weithin verbreitete
 Religion ebensogut angewendet werden kann, unge-
            
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