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Zweites Buch, Cap. 1,
wesentliche Folge der neuen Verhältnisse und des Umschwungs,
nämlich gegen den Wechsel der Conjuneturen, ins Feld zu
führen, konnte keinen Erfolg haben.
Man täuschte sich also damals über die tiefsten Gründe
der Noth. Nur vereinzelte Zeugen erkannten die Lage richtig,
andere mischten in ihren Aussagen entscheidende und neben-
sächliche Gründe der Noth durcheinander, bei den Meisten
war die Anschauung oder doch ein unbestimmtes Gefühl vor-
handen, dass das niedrige Einkommen der Weber von einer
durch Willkür und Bosheit Einzelner hervorgerufenen über-
mässigen Concurrenz der Arbeitgeber im Handwebereigeschäft
selbst herrühre und dass die Lage der Arbeiter also sofort
gebessert werden müsse, wenn man diesen Coneurrenten das
Handwerk legen würde.!) Natürlich wurden einzelne schaurige
Thatsachen zur Bestätigung dieser Meinung angeführt, —
ähnlich wie jederzeit Schutzzöllner Aufregendes über unsinni-
gen Import fremder Waaren zu erzählen wissen. So wurde
berichtet, *) dass in Glasgow 800 sogenannte kleine Manufac-
turisten existiren, welche die Weber zu Unterschlagungen ver-
leiten, ihr schlechtes Gewebe dann zu Schleuderpreisen
kaufen und verkaufen und dadurch Löhne und Preise drücken.
Es wird erzählt, wie eine Firma die Löhne im ganzen Lande
drücken könne und dergl., es wird ausgeführt, wie besonders
die ganz kleinen den Arbeitern noch nahe stehenden Meister
(„small corks“) schlechte Löhne zahlen %, — als .ob solche
verderbliche Concurrenz des Capitals schädlich wirken könnte,
wenn dies nicht einen Ueberfluss von Arbeitern zur Ver-
fügung hat!*) Interessant ist das Geständniss eines Zeugen °)
die Arbeitgeber der Handweber würden die Löhne gar nicht
so drücken, wenn sie ihre Arbeiter gleich den Besitzern
zyosser Fabriken unter den Augen hätten und ihr Elend
sehen könnten — und doch wollte man dem Umsichgreifen der
25.8. 0.5, 41, 69 (Qu. 951).
7 S.a.a5.54f£
» S. a. a, 8. 155 ff.
SS. a. a. 0. 8. 66.
5 SS. a. a. 0. 5. 71 (Qu, 975).