Königtum und Kämpfe zwischen Fürsten, Adel und Städten. 367
König mit Klagen über die Rittergesellschaften vergebens
bestürmt hatte. Am 20. März 1881 traten die Städte des
Elsasses und der Wetterau, sowie die vier Freistädte Mainz,
Worms, Speier und Straßburg zu einem Bunde zusammen,
der sich trotz seiner Landfriedensformen und einer Zusammen⸗
setzung, die auch Fürsten und Herren zuließ, doch wesentlich gegen
die Ritter wandte. Schon die Thatsache zeigt es, daß man
alsbald in Koalitionsverhandlungen mit dem schwäbischen
Bunde eintrat. Sie führten am 17. Juni 1381 zum Ziel:
beide Bünde, die im übrigen selbständig blieben, verpflichteten
sich zu gemeinsamer Hilfe.
So waren die Städte in stolzer Macht geeint; klar
zum Gefecht gleichsam standen ihre Bünde da: wer würde sie
angreifen?
Der Adel hielt einstweilen zurück; die rheinischen Kur—
fürsten schlossei am 23. Juni 1881 einen Bund gegen
mancherleis geselleschefte von steten und andern luten
und verboten ihren Unterthanen den Eintritt in diese Gesell—
schaften; König Wenzel suchte zu vermitteln.
Der Schritt Wenzels ist von höchstem Interesse. Er
legte auf einem Frankfurter Reichsstag im September 1381
einen Landfriedensentwurf vor, der den ersten systematisch
durchgeführten Gedanken einer regionalen und teilweis födera—
tiven Einteilung des Reichs für Friedenszwecke enthielt: in dem
Augenblicke, da das Reich gesprengt zu werden drohte, sollte
man in gemeinsamer Beratung aller Stände zum erstenmale
die Grundlagen einer künftigen verfassungsmäßigen Neubildung
erwägen. Freilich, von Erfolg war der Vorschlag nicht; dazu
war er zu sehr in fürstlichem Interesse gehalten, wie er denn
auch von fürstlicher Seite her dem Könige an die Hand gegeben
worden ist; die Städte lehnten ihn ab, ohne übrigens mit einem
Gegenvorschlage durchdringen zu können. So blieb den inneren
Gegensätzen ihr Lauf, und er führte zur Schärfe des Schwertes.
Zunächst handelte es sich um Ritterbünde und Städte.
Im Herbst 1881 kam es zwischen ihnen zum Kampfe. Er ver⸗
lief glücklich für die Städte am Rhein; einige Burgen wurden