§ 41. Communismus und Socialismus. 69
stufen und beziehentlich selbst abweichend geartete Völker auch
verschiedene Bedürfnisse in wirthschaftspolitischer Hinsicht
haben.
Diese Auffassung ist allgemeinhin diejenige der in der ge-
sammten Voltswirthschaftslehre nunmehr und zumal in Deutsch
land, nicht etwa erst neuerlich, sondern vielmehr schon nahezu feit
einem halben Jahrhundert vorherrschend gewordenen realistischen
oder historischen Richtung. Im Uebrigen wird innerhalb letzterer
einerseits an einer engeren Begrenzung der Wirthschaftslehre
festgehalten, und andererseits deren Erweiterung zur umfänglicheren
Gesellschaftswissenschaft (Socialwissenschaft) anzustreben gesucht.
Communismus und KorinILsmus.
S 41.
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stehen endlich diejenigen, mit denen die communistifch-
focialistisch en Parteien ihre sonderartigen social
politischen Bestrebungen begründen wollen.
Eommunistisch-socialistische Bestrebungen sind keineswegs erst
in neuerer Zeit und bei einzelnen Völkern, sondern während
mehrerlei Zeiten und inmitten verschiedener Nationalitäten unter
denr Einflüsse von ihre Entwickelung begünstigenden Umständen
lnrvvrgetreten. Neu ist eigentlich nur die besondere Richtung
und Weise, in welcher sie seit der ersten französischen Revolution
ausgangs des vorigen Jahrhunderts und durch seit Anfang der
zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts entstandene Parteibildungen
verfolgt wurden. Dieselben sind socialpolitischer Art, insofern sie
sich auf die innere Einrichtung der menschlichen Gesellschaft be
ziehen, und berühren deshalb mehr schon das Gebiet der Politik
überhaupt, als dasjenige der Wirthschaftslehre allein, die ihrer
seits eine bestimmte Gesellschaftsverfassnng in Bezug ans Familie
Eigenthum re. vorauszusetzen hat.
Diese erachten die bestehenbe Gesellschafts- und Wirth-
schnstsorbnung als verfehlt, namentlich als unzureichend um
Allen ein menschenwürdiges Dasein zu sichern; suchen in den
»>it jener verbundenen Zuständen die Ursache der Uebelstaube