Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Oerfall des deutschen Einflusses nach außen, Rnin im Innern. 451 
dem Herzogtum Westfalen!, die weltlichen Territorialgewalten 
auf das heftigste gegen die Übermacht des Erzstifts. Der 
Kampf ward ursprünglich von Jülich in Verbindung mit der 
Stadt Köln geführt; später traten die Grafen von der Mark 
in den Vordergrund. Schwerer wurde das gegenseitige Ringen 
von dem Augenblick an, da Adolf II. die Mark und das 
clevische Gebiet dauernd in seiner Hand zu vereinigen schien 
(1398), und da er zudem Schwager ward des Herzogs von 
Burgund. Denn diese Machterweiterung des weltlichen Fürsten⸗ 
tums drohte wiederum übertrumpft zu werden durch eine noch 
größere Verbreiterung auch der Machtgrundlage Kölns. Hier saß 
seit dem Jahre 1414 Dietrich auf dem Erzstuhl, aus dem Hause 
der den Clever Herzögen benachbarten Grafen von Mörs. 
Dietrich plante nun eine Vereinigung der geistlichen Lande des 
Niederrheins in seiner Hand oder wenigstens im Besitze seiner 
Familie, wie sie andere Grafenfamilien an andern Orten, z. B. 
die Grafen von Hoya in Niedersachsen, versucht hatten oder 
noch versuchen sollten. Und er hatte Erfolg. Er selbst ward 
1415 Administrator des Bistums Paderborn, sein Bruder 
Heinrich 1424 Bischof von Münster, sein Bruder Walram 
1425 wenn auch bestrittener Bischof von Utrecht. 
Damit war Cleve⸗-Mark von geistlichem Besitze, der unter 
mörsischem Einfluß stand, fast völlig umklammert: schon schien 
es ihm unterliegen zu müssen. 
Allein bald ergab sich auf seiten des Kölners ein wunder 
Punkt, von dem aus eine Beseitigung seines Einflußes nicht 
undenkbar schien. Soest, das alte Emporium des westfälischen 
Handels, war Kölner Landstadt. Aber längst schon lag es im 
Zwist mit dem Landesherrn. Und um 1437 begann dieser 
Streit sich zu verschärfen: der ganze Gegensatz republikanischer 
und fürstlicher Ansprüche wurde aufgerollt. Die Folge war, 
daß die Stadt auf Abfall von Köln sann und sich nach 
Anterstützung umsah. 
S. Band III S. 149. 
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