456 Dreizehntes Buch. Drittes Kapitel.
— reiehntes Buch. tes Napite.
hunderts nicht minder verworren und wenige Jahrzehnte
darauf fast hoffnungslos.
Die Städte waren aus ihrer Niederlage im Egerer Land⸗
frieden des Jahres 1889 zwar zurückgedrängt, aber nicht völlig
besiegt hervorgegangen. Und auch spätere Ereignisse, wie die
verfehlten Reformversuche König Sigmunds auf bürgerlicher
Grundlage!, hatten sie nicht ganz zu Boden geworfen. Eben
der Charakter der städtischen Einungen, ihr Verzagen bei jeder
Schwierigkeit, ihr Nachgeben bei jedem Angriff, ihr Zaudern
bei jedem Entschluß schützte ebenso sehr vor raschem Untergang
wie er kühnen Aufschwung verhinderte. Darum ging die politische
Bedeutung der Städte neben den Fürsten im Reiche nicht in der
Größe einer ruhmvollen Katastrophe, sondern in langsamem und
unedlem Verfalle unter.
Aber während die Städte furchtsam warteten, stets die
Nachzügler der fürstlichen und königlichen Entschlüsse, hatten
die Fürsten ihre Verwaltung und ihr Land konsolidiert?; schon
nach Sigmunds Tode erschienen sie genügend gefördert, um für
den abwesenden Albrecht II. die Verwaltung des Reichs teilweis
an sich zu reißen, und sie behielten sie der That nach unter
dem schwachen Friedrich.
Das war identisch mit weiterer Verdrängung des städtischen
Einflusses. Die Städte fürchteten schon — und nicht völlig
grundlos —, bei der Erneuerung der Kapitulationen gelegent⸗
lich der Wahlen Albrechts und Friedrichs ihre Privilegien
zu verlieren; im zweiten Jahre Friedrichs thaten sich dann
22 schwäbische Reichsstädte unter Ulm in einem Bunde zum
Schutz ihrer Selbständigkeit zusammen und erneuerten diesen
Vertrag am 22. März 1446 unter weiterem Zutritt von fünf
schwäbischen und vier fränkischen Reichsstädten, worunter
Nürnberg.
Natürlich ward damit der Gegensatz zwischen Städten und
Fürsten wieder mehr verschärft. Aber es war nicht mehr der
S. oben S. 420 f.
2 Val. oben S. 304 ff.