Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

1478 Dreizehntes Buch. Drittes Kapitel. 
Umständen zeigte sich bald, daß der Kampf mit König Erich 
der Hanse thatsächlich die volle Herrschaft zur See gekostet 
hatte. 
Zunächst begannen Engländer und Holländer immer un— 
gestörter einen hansefeindlichen Handel im Osten zu treiben. 
Im Gebiete des heutigen Königreichs Holland waren bis 
ins vierte Viertel des 14. Jahrhunderts die Städte Gelderns 
und des Stiftes Utrecht und vor allem die alten Handelsstädte 
der Zuiderzee, Stavoren und Kampen, die führenden Städte 
gewesen; sie hatten treu zur Hanse gehalten. Seitdem aber 
verschob sich der Höhepunkt der holländischen Entwicklung von 
Osten nach Westen; Rotterdam, Amsterdam, die Städte der 
heutigen Provinzen Holland und Seeland begannen hervorzutreten'. 
Ihr Gebiet erwuchs damit zu einem vollen Gegenstück der 
flandrischen Entwicklung; wie die Vlamen, so suchten jetzt auch 
die Holländer der Westhälfte des Niederlands frei die See; 
sie traten nicht in den Verband der Hanse. Und bald gingen 
ihre Fahrten vor allem in die Ostsee; von hier holten sie be— 
sonders das unentbehrliche Getreide auf eigenen Schiffen. Das 
nordische Königtum unterstützte sie in diesen Unternehmungen, 
daheim fanden sie den Schutz ihrer Grafen und bald des mäch— 
tigen Herzogs von Burgund, dem sie seit 1428 gehorchten: so 
vermochte die Hanse nichts gegen sie; ein hartnäckiger Konkurrent 
war auf der Ostsee erstanden. 
Schlimmer aber noch war es, daß die Engländer sich am 
Ostseegestade festsetzten. In England hatten die Kaufgilden des 
12. bis 14. Jahrhunderts für die Haupthandelsstädte den engsten 
Monopolismus entwickelt. Die Folge war gewesen, daß der 
englische Handel zusammenschrumpfte und auf kleine Orte zurück— 
gedrängt ward. Eben diesen Umstand hatten die Hansen des 
13. Jahrhunderts benutzt, um in England einen vollkommen 
exterritorialen, deutschen Handel übermächtig zu entwickeln. 
Allein hiergegen gingen die Engländer nun seit dem 14. Jahr— 
Vgl. Band III S. 822 f.
	        
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