hat im Jahr nur einen Umsatz“. Aber erstens existiert
qer nur Rörner bauende Landwirt in der Realität
nicht. Der Fruchtwechsel ist eines der Rardinalprin⸗
zipien des Ackerbaus. Zweitens macht man sich von
ger Landwirtschaft eine falsche Vorstellung, wenn man
glaubt, daß sich die Tatigkeit des Landwirts in der
Bestellung und Aberntung des Feldes erschöpft. Viel
wichtiger ist die sich an diesen Porgang knüpfende
Perwertungstãtigkeit. So ist die VPiehhaltung nicht
durch das etwaige Vorhandensein von Weideland oder
nur durch den Bedarf an animalischem Dünger bes
dingt, sondern in hohem Maße einfach dadurch, daß
der Landwirt seine Abfallstoffe nur durch Verfüttern
z. B. an Schweine gut verwerten kann. Auf diese
Weise macht sich der Unternehmer, je rationeller er
wirtschaftet, immer mehr von der einmaligen Umtriebs⸗
zeit des Rapitals los. So viel ist allerdings wahe,
daß der Werdeprozeß des landwirtschaftlichen Produkts
sich nicht so sehr verschnellern läßt, wie etwa der
Werdegang eines Autos, sondern in gewisser Weise
an den trägen Gang des Ralenderjahres gebunden ist.
Daß aber auch hierin die menschliche Technik eine ge⸗
wisse Beschleunigung und Gleichzeitigkeit der Natur⸗
tatigkeit erreicht hat, beweist uns jedes landwirtschaft⸗
liche Lehrbuch. Im Uebrigen laßt sich auch jeder andere
Produktionsproʒzeß nur in gewissen naturgegebenen
Grenzen beschleunigen, man denke nur an die Gerberei.
Suermond sagt!, der Landwirt sei: „an die Scholle
gefesselt, der Handel hat einen internationalen kosmo⸗
politischen Charakter“. Ich glaube, an sich ist der Lande
wirt ebenso sehr und ebenso wenig an die Scholle
gefesselt, wie der Fabrikant an seine Fabrik gefesselt
ist, es sei denn, daß ihn seine psuchische Beschaffenheit
daran fesselt. Aber darüber im nächsten Abschnit.
123. 4. O. S. 11.