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die Gewohnheit, die Bezahlung der Steuern sechs Monate
lang und weiter hinauszuschieben, und der Gemeinderat
ist genötigt, Geld gegen Zinsen aufzunehmen, um die
laufenden Ausgaben der Stadt bestreiten zu können.“
Wenn der Arme mit der Steuerzahlung zurückblieb, so
wies die Stadt ihn aus, und wenn ein Mieter dieser reichen
Grundbesitzer die Miete nicht zahlen konnte, so übernahm
die Stadt die Exmission für ihn. Der reiche Grundbesitzer
selber aber konnte zahlen, wann er wollte, da die Regierung
ja immer nur seine Interessen und die seiner Klasse vertrat.
Statt daß die Strafe für die Nichtzahlung der Steuern auf
ihn fiel, legte man sie in Form von zinspflichtigen Anleihen
der ganzen Gemeinde auf.
Plünderung, Profite und Grundbesitz
Im Jahre 1810, so wird erzählt, bot Astor ein Grundstück
in der Wall-Straße für 8000 Dollar aus. Der Preis war so
niedrig, daß sofort ein Käufer erschien. „Ja, Sie wundern
sich,“ sagte Astor. „Aber Sie wissen nicht, was ich mit
den 8000 Dollar machen will. Dieses Grundstück in der
Wall-Straße wird in ein paar Jahren allerdings 12 000 Dollar
wert sein. Aber ich will für die 8000 Dollar achtzig Grund-
stücke oben in der Kanal-Straße kaufen, und wenn Ihr
Grundstück 8000 Dollar wert ist, werden meine achtzig
Grundstücke 80 000 Dollar wert sein.“ Das ist eine der
arbaulichen Geschichten, die seine Voraussicht zeigen und
beweisen sollen, daß sein Vermögen ausschließlich von
seinen Fähigkeiten und seinem Fleiß stammte.
Sie trägt aber den Stempel der Erfindung nur allzu
deutlich an sich. Astor war bemerkenswert schweigsam und
heimlichtuerisch und enthüllte seine Pläne niemandem.
Parzellen kaufte er allerdings, aber er sagte niemandem
vorher etwas davon.
Damals kaufte er für je 200 bis 300 Dollar Parzellen
am unteren Broadway, die damals zum größten "Teil eine
leere Wüste waren. Worauf er rechnete, war das sichere
Anwachsen der Stadt und der immens steigende Wert,
den er seinem Grund und Boden nicht etwa selber geben