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Vanderbilt am Ruder, als er diese Geschicklichkeit hervor-
ragend entfaltete, indem er Bestechung und Bedrohung
in so erstaunlichem Maße anwandte, daß sogar ein an die
zynischste Korruption und den frechsten Terrorismus ge-
wöhntes Publikum starr war).
Genau in denselben Jahren bekamen die Astors, die
Goelets, die Rhinelanders und viele andere Grundbesitzer
und Kaufleute weitere Wassergrundstücke bewilligt unter
Mitwirkung der verschiedenen korrupten Stadtverwal-
tungen. Am 14. Juni 1850 bekommt William B. Astor das
Häuserviertel zwischen der 12. und 13. Straße, am Hudson,
zu dem lächerlichen Preise von 13 Dollar für den laufenden
Fuß. William E. Dodge bekommt ebenfalls Land am Hudson.
Die öffentliche Meinung verdammte diese Weggabe städti-
schen Besitzes aufs strengste, und es wurde eine besondere
Kommission aus den Stadtverordneten gebildet, die im Mai
1854 berichtete: „Die Praxis, städtisches Grundeigentum zu
verkaufen, außer wo es offenbar ist, daß es öffentlich nicht
nutzbar gemacht werden kann, ist ein finanzieller Irrtum,
der zu häufig vorgekommen ist; in der Tat hat die Erfahrung
von mehr als elf Jahren bewiesen, daß Verkäufe aus diesem
Besitz immer zu einer Zeit stattfinden, wo er wahrschein-
lich zu öffentlichen Zwecken benötigt wird, oder am Wor-
abend einer Wertsteigerung. Jeder Ladeplatz hätte in
städtischem Besitz bleijhen miissen
Bewilligungen von W assergrundstücken durch Tweed
Als aber der sogenannte Tweed-Ring zu voller Macht ge-
langte, mit seiner unverhüllten Praxis, jedem gefällig zu
sein, der genug Bestechung zahlen konnte, beeilten sich die
Grundbesitzer und Kaufleute, sich unter anderen Privi-
legien auch Wassergrundstücke bewilligen zu lassen. Am
27. Dezember 1865 wurde William C. Rhinelander mit der
Überlassung von Boden unter Wasser von der 91. bis zur
94. Straße, am Ostflusse, beschenkt. Am 21. März 1867
erhielt Peter Goelet von der Kommission für Schulden-
tilgung eine Bewilligung von Land unter Wasser am Ost-
1) Vgl. die Kapitel über Vanderbilt,