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Da die Interessen der Kapitalisten von Anfang an denen
der Arbeiter und überhaupt der Leute, denen sie ihren Ver-
dienst verdankten, völlig entgegengesetzt waren, hat die
Ablehnung der Regierung, das Wohl des Arbeiters zu ver-
treten, auch wo es sich nur um Kleinigkeiten handelt,
nichts Erstaunliches. Aber es ist äußerst interessant und
lehrreich, die Gegensätze scharf gegeneinanderzustellen.
Es kommen noch einige allgemeine Faktoren hinzu. Die
kühlen, leidenschaftslosen Akademiker, die in der höflichsten
und kühlsten Tonart Trugschlüsse und Lügen weiter-
verbreiten, werden der Konstatierung widersprechen, daß
alle Institutionen der Regierung in der Hand von Dieben
gewesen sind, von großen, nicht von kleinen Dieben. Und
doch rechtfertigen die Tatsachen, wie wir gesehen haben (und
weiter sehen werden) diese Behauptungen in vollem Maße.
Die Regierung wurde beeinflußt und im Grunde beherrscht
von den großen Dieben, wie es heute klar am Tage ist.
Der Mittelstand
Der Mittelstand, d. h. die kleinen Geschäftsleute und
Fabrikanten, hielt hartnäckig an den überlieferten Ge-
schäftsprinzipien fest. Sein einziger Begriff von Industrie
waren die Methoden des Jahres 1825. Er wollte nicht ein-
sehen, daß die Zentralisation der Industrie unvermeidlich
war und einen Fortschritt bedeutete. Er jammerte über
den Verfall seiner eigenen Macht und versuchte mit allen
zur Verfügung stehenden Mitteln, die Zwecke der Truste
zu durchkreuzen. Dieser Mittelstand hatte bestochen, be-
trogen und den Arbeiter ausgenutzt. Jahrzehnte hindurch
hatte er der öffentlichen Meinung die Ansicht aufgezwun-
gen, daß „Konkurrenz die Seele des Handels“ sei. Er hatte
durch Schaffung dieser Ansicht eine große Zahl von Arbei-
tern auf seiner Seite, die nur die anfänglichen Fehler und
nicht all die guten Seiten sahen, welche die wissenschaft-
liche Organisation und Zentralisation der Industrie mit sich
brachte. Der Mittelstand brachte Antitrustgesetze und
andere Maßnahmen zur Annahme, die gegen die großen Zu-
sammenschlüsse gerichtet waren.