Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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gab er seine Stellung auf und begann selbst Dampfer zu bauen. 
Nach und nach schlug er manchen Konkurrenten aus dem 
Felde. Dies gelang ihm durch seine kühnen, rücksichtslosen 
und gut durchdachten Schachzüge*). Er war streng gegen 
seine Arbeiter und zwang sie, lange Stunden für geringen Lohn 
zu arbeiten. - Er bewies eine seltene Geschicklichkeit, die 
Konkurrenten unschädlich zu machen. Sie mochten noch so 
niedrige Löhne bezahlen, er bezahlte noch niedrigere; sie 
mochten die Passagier- und Frachttarife noch so sehr herab- 
setzen, er übertraf sie darin. Seine Politik in dieser Zeit war, 
die Konkurrenten zu ruinieren und, wenn er das Monopol in 
Händen hatte, hohe Preise zu fordern. Das Volk, das ihn wegen 
seiner billigeren Tarife als Wohltäter begrüßte und seine Linie 
überall bevorzugte, mußte die verfrühte und kurzsichtige 
Freude teuer bezahlen. In den ersten fünf Jahren beliefen sich 
seine Finnahmen nach Croffut auf jährlich 30000 Dollar 
und verdoppelten sich in den folgenden Jahren. Als er vierzig 
Jahre alt war, verkehrten seine Dampfer zwischen vielen 
Küstenstädten, und er hatte ein Vermögen von einer halben 
Million Dollar aufgehäuft. 
1) Einen Einblick in Vanderbilts Tätigkeit und Methode am Anfang seiner 
Karriere gewähren die Gerichtsprotokolle. Im Jahre 1827 wurde er zu einer Geld- 
strafe von 5o Dollar verurteilt, weil er sich geweigert hatte, das Dampfschiff „The 
Thistle‘‘, das ihm gehörte, von einer Werft des Northriver wegzubringen, um für 
ein Konkurrenzschiff „The Legislature‘“, Platz zu machen. Er verteidigte sich 
damit, daß der Hafenmeister Adams kein Recht habe, ihn zur Entfernung des Schif- 
fes zu zwingen. Das Gericht entschied gegen ihn, und die höchste Instanz bestätigte 
dies Urteil. (Adams contra Vanderbilt. Cowen’s Reports. Cases in Supreme Court 
of the State of New York, Bd. 7, S. 349-—353.) 
Im Jahre 1841 verklagten die Eagle Iron Works Vanderbilt auf Zahlung von 
2.957,15 Dollar, die Vanderbilt ihnen auf Grund eines am 8. März 1838 gemachten 
Kontraktes schuldete. Dieser Kontrakt verpflichtete Vanderbilt zur Zahlung von 
10 800 Dollar in drei Raten für den Bau einer Dampfmaschine für den Dampfer 
„Wave‘‘. Vanderbilt zahlte 7900 Dollar, weigerte sich jedoch, den Rest zu bezahlen 
unter dem Vorwand, daß die Schwungriemen nicht geliefert wären. Wie das Gericht 
feststellte, kosten diese Riemen nur 75—100 Dollar. Der höchste Gerichtshof ver- 
urteilte Vanderbilt. Dieser legte Berufung ein, doch der Richter Nelson vom höch- 
sten Gerichtshof bestätigte 184.1 das Urteil. — Vanderbilt contra Eagle Iron Works, 
Wendell’s Reports, Cases in the Supreme Court of the State of New York, Bd. 25, 
S, 662-668.
	        
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