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Der denkwürdige „Schwarze Freitag‘
Der nächste Tag, der 24. September 1869, der „Schwarze
Freitag“, brachte den Geldleuten gefährliche Erregungen
und dunkle Befürchtungen. Sogar die Börsen im Auslande
wurden von der Unruhe angesteckt. Gould gab Auftrag, alles
Gold in Fisks Namen zu kaufen; Fisks Makler trieben den
Preis auf 151 und dann auf 161. Die Kurse der Eisenbahn-
aktien fielen rapid; eine der Wall-Street-Firmen nach der
anderen meldete.Konkurs an, und es gingen Vermögen ver-
loren. In der Befürchtung, daß der Preis des. Goldes auf
200 steigen könne, gaben die Fabrikanten und andere Ge-
schäftsleute im ganzen Lande ihren Agenten die Weisung,
zu jedem Preise Gold zu kaufen. Während dieser ganzen
Zeit verkaufte Gould durch bestimmte Makler heimlich
Gold, und während er das tat, machten Fisk und Belden
auf seine Weisung immer neue Ankäufe.
Die Börse bot nach der Schilderung vieler Augenzeugen
an jenem Tage einen außergewöhnlichen Anblick. Die
Szenen, die sich sonst bei irgendwelchen Anlässen dort ab-
spielten, mögen den ausländischen Beobachter mit un-
ermeßlichem Erstaunen erfüllt haben. Aber niemals hatte
sie einen so tumultuarischen, nahezu wahnsinnigen Anblick
geboten wie an diesem Tage, dem „Schwarzen Freitag‘;
niemals hatte die Geldgier und die daraus resultierende
Furcht sich in so entsetzlicher Form gezeigt.
Man konnte viele der Großkapitalisten zitternd und
jammernd herumlaufen sehen, wie sie einander mit ent-
färbten und verzerrten Gesichtern beiseite stießen und dann
wieder mit wilder Energie und noch wilderen Bewegungen
einen Auftrag oder einen Fluch herausschrien. Die kleinen
Spekulanten hatten längst ihr Schmerzensgeheul eingestellt
und waren ruiniert, völlig ausgelöscht; nur die großen
Spekulanten oder ihre Kommissionäre blieben in der Arena,
und viele von ihnen liefen wie gehetzte Ratten von Pult zu
Pult. Der kleine Springbrunnen im „Goldzimmer“ sprühte
und gluckste wie gewöhnlich, doch ging das Geräusch in dem
schrecklichen Aufruhr verloren; ein Mann stürzte darauf zu
and ließ sich das kühle Wasser über sein schweißtriefendes