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Das Resultat war, daß Gould im Einverständnis mit den
Gerichten den ganzen „Gewinn“ einstecken durfte, der
sich, wie die Kongreßkommission von 1870 berichtete,
auf etwa ır Millionen Dollar belief, während er der Not-
wendigkeit enthoben war, seine viel größeren Verluste zu
bezahlen. Fisks Anteil an den ıı Millionen war nicht
nennenswert; Gould behielt eigentlich die ganze Summe
für sich. Goulds Verbündete und Agenten waren finanziell
und moralisch ruiniert; eine Unzahl von Bankrotten,
Dutzende von Selbstmorden, die Beraubung eines ganzen
Volkes waren die Ergebnisse von Goulds Unternehmung.
Die Union-Pacifice-Bahn
Durch seine Erie-Bahn-Diebstähle, das Goldkomplott
und andere Raubzüge war jetzt Gould in den Besitz von
etwa 25 bis 30 Millionen Dollar gelangt. Vielleicht war die
Summe auch viel größer. Nachdem er bis zu seiner Aus-
drängung im Jahre 1873 die Erie-Eisenbahn geplündert
hatte, sah er sich nach weiteren Raubmöglichkeiten um.
Er hatte mehr als genügend Kapital, um mit den reich-
sten Magnaten zu konkurrieren; und was ihm an Kapital
etwa fehlte, wenn er von einer Magnatengruppe bekämpft
wurde, ersetzte er vollauf durch seine Kampfmethoden. Er
hatte jetzt die Union-Pacific-Eisenbahn als äußerst ein-
trägliches Gebiet für eine neue Reihe von Diebstählen ins
Auge gefaßt. Er irrte sich auch nicht. Die Summe, um die
er diese und verbündete Eisenbahnen in Gemeinschaft mit
Russell Sage und anderen beraubte und seinem Reichtum
hinzufügte, wurde auf etwa 60 Millionen Dollar und mehr
geschätzt, wovon Gould den größeren Teil behielt.
1873 wurde allgemein angenommen, daß die Union-
Pacific- Eisenbahn so völlig geplündert sei, daß für neue
Räubereien jetzt kaum noch eine Handhabe gegeben war.
Aber Gould hatte ein außerordentliches Talent, neue
Plünderungssysteme ausfindig zu machen. Er entdeckte an
Stellen, die andere als unfruchtbar aufgegeben hatten,
riesige Beutemöglichkeiten. Wieder und wieder wurde
gegen Gould die Anklage erhoben, daß er ein Zerstörer des