Aber Ames und seine kapitalistischen Kollegen bestachen
einen der staatlichen Direktoren mit 25000 Dollar dahin,
daß er an den Betrügereien teilnahm?). Das war ein billig
gekauftes Werkzeug, dieser Direktor. Und unmittelbar
nachdem die Eisenbahn gebaut und in Betrieb genommen
war, streuten die Besitzer weitere Millionen ihrer Beute aus,
wenn sie ein Gesetz beim Kongreß durchsetzen konnten,
das ihnen riesige Summen für den Transport von Truppen,
staatlichen Vorräten und der Post zubilligte. Sie veraus-
gabten, wie es scheint, 126 000 Dollar für Bestechungszwecke,
um dieses Gesetz vom 3. März 1871 durchzusetzen?).
Und das Ergebnis all dieser Untersuchungen? Neuer
Lärm. Die Kommission beschränkte sich darauf, die Aus-
schlieBung von Ames und James Brooks aus dem Kon-
greß anzuempfehlen. Die Regierung strengte denn auch
auf Grund vieler Beschuldigungen einen Zivilprozeß gegen
die Union-Pacific- Eisenbahngesellschaft an wegen Miß-
brauchs staatlicher Subventionen. In diesem Prozeß blieb
die Gesellschaft siegreich; der oberste Gerichtshof der Ver-
einigten Staaten verwarf 1878 die Klage, weil die Regierung
erst klageberechtigt sei, wenn 1895 die Schuld der Gesell-
schaft fällig werde?).
Auf diese Weise gingen diese großen Diebe in strafrecht-
lichen und in Zivilprozessen straffrei aus, was sie auch gar
nicht anders erwarteten und was allerdings vorauszusehen
war. Die ungeheure Beute und den gestohlenen Eisenbahn-
besitz durften die Urheber dieser riesigen Schwindeleien be-
halten. Der Kongreß hätte dann und wann aus gesetzlichen
Gründen die Konzession der Union-Pacific-FEisenbahn zu-
rückziehen können. Solange er das nicht tat, und solange
sie im Besitz ihrer Beute unbehindert blieben, konnten die
beteiligten Kapitalisten die Beschimpfungen ruhig über
sich ergehen lassen, die bald wieder aufhörten und kein
anderes Resultat hatten, als daß sie den bereits erschreckend
angewachsenen Untersuchungsakten der Regierung einige
weitere umfangreiche Bände hinzufügten.
1) Document No. 78, Credit Mobilier Investigation, Bd. 14.
?) Doc. No. 78, etc. Bd. 27.
3) 98, U. S. 569.